Konto ausgleichen – Wieder auf „Null“ sein

Eine unvorhergesehene Rechnung und Dein Konto könnte am Ende des Monats ins Minus rutschen. Der Dispositionskredit sorgt dafür, dass Du die Rechnung weiterhin bezahlen kannst. Doch der Preis dafür ist hoch.

Befindet sich Dein Konto im Minus, schlagen Dispozinsen in Höhe von mehr als 9% zu Buche. Damit ist es ein teures Unterfangen, kein Guthaben auf dem Konto zu haben.

Schnellstmöglich solltest Du daran arbeiten, Deinen negativen Kontostand auszugleichen. Andernfalls droht eine Schuldenfalle, da es Dir nicht gelingt die Zinsen zu bedienen. In der Folge nimmst Du den Dispo immer mehr in Anspruch und Deine Schulden wachsen.

Wie gelingt es Dir solch einer Zinsspirale zu entkommen und weshalb ist es wichtig, das Konto so schnell wie möglich auszugleichen?

Einnahmen und Ausgaben überprüfen

Es können immer wieder unvorhergesehene Ereignisse stattfinden, die zu einem Abrutschen in den Dispo führen. Ein Haushaltsgerät ist kaputt, die Reparatur für das Fahrzeug steht an und Dein Notgroschen ist praktisch noch nicht vorhanden.

Um solche Notfälle abzufedern, ist der Dispo wunderbar geeignet. Dort steht Dir das Geld unverzüglich zur Verfügung und Du kannst die wichtige Ausgabe tätigen.

Befindet sich Dein Konto regelmäßig im Minus, scheint es, dass Du den Überblick über Deine Finanzen verloren hast. Deine Ausgaben sind höher als Deine Einnahmen, sodass eine Überziehung Deines Bankkontos auftritt.

In diesem Fall solltest Du zunächst genau prüfen, welche Ausgaben wirklich notwendig sind oder worauf Du verzichten kannst. Insbesondere kleinere Beträge können sich im Monat ansammeln und die Differenz ausmachen.

Führe ein Haushaltsbuch oder nutze eine entsprechende App. Dann ist das Risiko geringer, dass Du Dein Konto wieder überziehst.

Welche Ausgaben fallen an?

Zusammen mit der Führung des Haushaltsbuches bietet es sich an, sämtliche Ausgaben auf den Prüfstand zu stellen. Sind die monatlichen Abos tatsächlich notwendig, oder nutzt Du diese Dienste nicht mehr?

Bezahlst Du jeden Monat zwar den Beitrag zum Fitnessstudio, aber nutzt das Angebot nicht, solltest Du dies kündigen. Es mag zwar schwerfallen, sich von solchen Optionen zu trennen, doch Deine finanzielle Gesundheit ist ebenso wichtig.

Daneben könnte es eine bessere Orientierung für Dich sein, wenn Du Dir ein tägliches Budgetlimit setzt. Hast Du rund 300 Euro im Monat zur freien Verfügung, bedeutet dies ein Budget von 10 Euro am Tag. Diesen Betrag kannst Du ausgeben, ohne dass der Dispo droht. Somit zügelst Du Dein Ausgabeverhalten und behältst Dein Bankkonto besser im Griff.

Zusätzliche Einnahmen erzielen

Neben der Senkung der Ausgaben ist auch Deine Einnahmenseite von Bedeutung. Wie hoch ist Dein monatliches Einkommen und gibt es Möglichkeiten, Dich dort zu verbessern?

Um schnell an Geld zu gelangen, könntest Du Wertsachen verkaufen. Es mag zwar schwerfallen, Dich davon zu trennen, doch damit ist ein Ausgleich des Kontos möglich. Die Zinsen werden nicht jeden Monat mehr zur Belastung und Du kannst wieder in Ruhe schlafen.

Ebenso könntest Du bei Deiner Arbeitsstelle Dich darum bemühen, am Ende des Monats mehr zu verdienen. Sei es durch zusätzliche Arbeitszeiten, Sonderschichten oder einer Gehaltserhöhung.

Auch ein Arbeitsplatzwechsel zahlt sich in finanzieller Hinsicht häufig aus. Es zeigt sich, dass die meisten Gehaltssprünge nur mit einem Wechsel des Arbeitsstelle möglich sind. Sei daher flexibel und schreibe erste Bewerbungen, um Deinen Marktwert abzuschätzen.

Umschuldung

Ist Dein Konto überzogen und befindet sich im Dispo, geht dies mit hohen Kosten einher. Die Zinsen für den Dispositionskredit stellen eine Mehrbelastung dar.

Einmal die Schulden aufgenommen, ist es mit großen Anstrengungen verbunden, allein aus dem Dispo zu gelangen. Ist absehbar, dass Du Dein Konto nicht selbstständig ausgleichen kannst, solltest Du eine Umschuldung anstreben.

Hierbei löst Du den teuren Dispositionskredit durch einen günstigeren Kredit ab. Die Zinsen für diesen Kredit[1] sind an Deine Bonität gebunden. Erweist Du Dich abseits des Dispositionskredites als zuverlässig, liegen die Sollzinsen deutlich darunter. Für den Privatkredit sind Zinsen im Bereich von 5 bis 8% pro Jahr realistisch. Damit sinkt Deine monatliche Zinsbelastung.

Ebenfalls zu beachten ist hierbei, dass Du einen monatlichen Rückzahlplan vor Augen hast. Indem Du Dich an diesen Plan hältst, fällt es Dir leichter, den Kredit abzubezahlen. Stück für Stück verminderst Du Deinen Schuldenstand.

So gelingt es Dir, ein ausgeglichenes Konto zu erhalten und die Finanzen wieder auf ein gesundes Fundament zu bringen.

Notgroschen aufbauen

Zukünftig solltest Du vermeiden, dass Dein Konto wieder ins Minus rutscht. Natürlich kannst Du nicht planen, wann Notfälle auftreten und zusätzliche finanzielle Investitionen notwendig sind.

Doch ein Notgroschen ist hierfür eine nette Lösung, um solche Ereignisse abzufedern. Die Höhe des Notgroschens ist abhängig von Deinen eigenen Präferenzen. Als Faustformel gelten rund 3 Netto-Monatsgehälter für viele Menschen als komfortabel. Lebst Du eher bescheiden und hast kaum große Kostenpunkte, ist ein niedrigerer Notgroschen auch denkbar.

Für die schnelle Verfügbarkeit, solltest Du den Notgroschen auf dem Girokonto belassen. Dort erwirtschaftet er zwar keine Zinsen, doch vermittelt er Dir ein Gefühl von Sicherheit. Damit verhinderst Du ein Abrutschen des Kontos in den Dispo und kannst selbst mit Überraschungen besser leben.

Das Konto ausgleichen

Unvorhergesehene Ausgaben können dazu führen, dass Dein Guthaben auf dem Konto nicht mehr ausreicht. Dein Konto befindet sich bei der Bank in den roten Zahlen und Du nutzt den Dispokredit, um Deinen Verpflichtungen nachzukommen.

Da die Beanspruchung des Dispos mit hohen Zinsen einhergeht, solltest Du so schnell wie möglich diesen Bereich wieder verlassen. Die Zinsbelastung könnte sonst zu einer Schuldenfalle für Dich werden, aus welcher Du kaum aus eigener Kraft hinauskommst.

Um das Konto auszugleichen, solltest Du Deine Einnahmen- und Ausgaben im Blick behalten. Passe diese so an, dass am Ende des Monats noch ein kleiner Puffer übrigbleibt, welchen Du für Deinen Notgroschen nutzt.

Eine Umschuldung mit Hilfe eines Privatkredites ist ebenso denkbar, wenn absehbar ist, dass Du den Dispo so schnell nicht wieder verlässt. Die Zinsen sind dort geringer, sodass Du effektiv etwas Geld sparst. Zahle langfristig den Kredit ab und vermeide es, dass Dein Konto wieder ins Minus gerät. Ein Notgroschen ist eine Grundvoraussetzung für das ausgeglichene Konto und hilft Dir dabei, solche Notfälle aufzufangen.

Weiterführende Links

Weiterführende Links
1 https://www.finanztip.de/kredit/
Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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