Dachgeschosswohnung – Was zeichnet diese Lage aus?

Hoch oben über der Stadt mit einem schönen Ausblick und viel Licht. In einer Dachgeschosswohnung zu leben ist für viele Mieter interessant und auf den ersten Blick mit einigen Vorteilen verbunden.

Hältst Du nach einer Wohnung Ausschau, musst Du verschiedensten Faktoren berücksichtigen. Neben der Lage, der Infrastruktur, dem Preis und dem persönlichen Gefühl gehört auch dazu, wo sich die Wohnung im Haus befindet. Denn eine Wohnung im Erdgeschoss weist eine andere Charakteristik auf als eine Dachgeschosswohnung. Welche Unterschiede bestehen und ob es attraktiv für Dich ist unter dem Dach zu wohnen, erfährst Du im folgenden Ratgeber.

Vorteile der Dachgeschosswohnung

Die Dachgeschosswohnung ist mit einigen Vorteilen versehen. Diese beziehen sich vor allem auf die Höhe und die Gestaltung der typischen Wohnungen im Dachgeschoss.

Ausblick

In Deutschland bestehen enge Regularien für die Gestaltung eines Mietshauses. Meist ist darin eine maximale Anzahl an Etagen vorgesehen, sodass sich ein eher einheitliches Bild ergibt. Es gibt kaum Gebäude, die in ihrer Höhe herausragen.

Damit besteht der Vorteil, dass Dachgeschosswohnungen relativ hoch liegen und somit einen schönen Ausblick besitzen. Mit etwas Glück kannst Du den Sonnenaufgang verfolgen und genießt einen weiteren Blick in die Ferne.

Ruhe

Reagierst Du empfindlich auf Lärm und Geräusche, bietet die Dachgeschosswohnung etwas mehr Abstand. Du befindest Dich nicht tief in der Häuserflucht, sondern bist etwas höher, sodass der Schall nicht komplett in die Wohnung reflektiert wird. Zudem sind selten Nachbarn auf der gleichen Etage vorhanden.

Möchtest Du etwas mehr Ruhe genießen und nachts nicht vom lauten Straßenlärm geweckt[1] werden, ist es von Vorteil unter dem Dach zu wohnen. Ebenso besitzt Du die größere Freiheit selber etwas die Musik aufdrehen zu können oder in der Wohnung handwerklich tätig zu werden, ohne dass die Nachbarn direkt alles laut miterleben.

Privater

In der hoch gelegenen Dachgeschosswohnung erhalten neugierige Nachbarn kaum einen direkten Einblick. Du kannst Dich frei und unbeschwert in Deinen eigenen vier Wänden bewegen, ohne das Gefühl zu haben, dass Dich ein Nachbar ständig beobachtet.

Zudem ist kein Durchgangsverkehr vorhanden, den Du ständig im Treppenhaus hörst. Du wohnst etwas abgelegener und besitzt einen größeren Freiraum.

Heller

Das Licht beeinflusst maßgeblich die Stimmung[2]. Gerade im Winter besteht die Gefahr, dass in einer dunklen Wohnung ein Vitamin-D-Mangel auftritt und die Folgen einer Winterdepression eintreten.

Die Dachgeschosswohnung hingegen ist mit größeren Fenstern ausgestattet, die nicht im Schatten der benachbarten Häuser liegen. Die Sonne strahlt direkt in die Wohnung und sorgt für eine angenehme Wohnatmosphäre.

Besonders schön ist es morgens mit dem Sonnenaufgang aufzustehen. Du fühlst Dich weniger müde und so wird aus dem Morgenmuffel noch ein echter Frühaufsteher.

Angenehmer im Winter

Die größere Sonneneinstrahlung erweist sich im Winter als Vorteil. Die Wohnung ist wärmer und kühlt nicht so stark aus. Dadurch sind die Heizkosten geringer und es bleibt das gesamte Jahr über relativ warm.

Nachteile unter dem Dach zu wohnen

Natürlich geht die Dachgeschosswohnung nicht nur mit Vorteilen einher. Es bestehen auch gravierende Nachteile, die sich vor allem im Sommer herausbilden, wenn die Wohnung ständig der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt ist.

Heiße Sommer

Die Sonne mag im Winter einen Vorteil darstellen, doch im Sommer führt sie genau zum Gegenteil. Die Sommer werden in Deutschland ohnehin immer wärmer und regelmäßig sind neue Hitzerekorde zu verzeichnen.

Die warme Luft steigt nach oben und staut sich unter dem Dach. Daher ist die Dachgeschosswohnung mit Abstand am wärmsten und ohne Klimaanlage ist es im Sommer kaum auszuhalten.

Ist die Wohnung nicht klimatisiert, führt dies zu Einbußen in der Lebensqualität. Der Schlaf ist durch die Hitze gestört und es ist wenig angenehm sich in den heißen Räumen aufzuhalten. Daher ist die Dachgeschosswohnung nur uneingeschränkt nutzbar, wenn diese über ein modernes Klimasystem verfügt.

Schlechte Evakuierungsmöglichkeiten

Kommt es zu Bränden oder anderen unvorhergesehenen Katastrophen, fällt die Evakuierung schwerer. Es dauert länger, bis Du von der obersten Etage das Gebäude verlässt und mitunter sind Fluchtwege versperrt. Dann bleibt Dir nichts anderes übrig, als auf eine Rettung durch die Feuerwehr zu warten.

Zum Glück sind Gebäude sicher gestaltet und Brände stellen kaum mehr ein Risiko dar. Dennoch ist es sinnvoll, wenn Du selber einen Feuerlöscher und weitere Schutzmittel besitzt, um im Notfall Zeit zu gewinnen, bis die Rettung eintrifft.

Treppensteigen

Gerade Altbauten verfügen in der Regel über keinen Aufzug. Möchtest Du nur mal kurz die Wohnung verlassen und den Müll runterbringen, musst Du den weiten Weg antreten und viele mühselige Treppen steigen.

In jungen Jahren mag dies noch kein Problem sein. Doch für Senioren, die vielleicht unter körperlichen Einschränkungen leiden, ist eine Dachgeschosswohnung unpraktisch.

Ebenso ist diese Wohnung mit einem größeren Aufwand verbunden, falls Du ohnehin nur für eine kurze Zeit dort wohnst und bald wieder ausziehst. Dann solltest Du die Dachgeschosswohnung nur mit dem nötigsten ausstatten, sodass der Umzug nicht zu einer großen Herausforderung wird.

Tipps für eine Wohlfühlatmosphäre

Bist Du unsicher, ob Du Dich in einer Wohnung im Dachgeschoss wohlfühlst und hast noch keine Erfahrungen damit? Dann könnte das Einrichten[3] mit einigen Tücken auf Dich warten. Denn die vielen Dachschrägen erfordern etwas Kreativität und eine bessere Planung.

Sitzmöbel

Ist die Wohnung relativ klein und bietet kaum Freiheiten in der Einrichtung, musst Du den Raum optimal ausnutzen. Dazu ist es auch nötig Tische und Stühle in der Nähe der Dachschrägen aufzustellen.

Damit dies zu keinem Problem wird, kann es sich lohnen etwas niedrigere Stühle und Tische zu wählen. Zudem sollte die Sitzrichtung immer entfernt von der Dachschräge sein. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Gäste sich vorbeugen und sich den Kopf stoßen.

Wähle eine flache Couch, mit einem Couchtisch, auf denen Du Dich gemütlich hinsetzen kannst. Dies ist meist die bessere Option als einen großen Esstisch unter die Dachschräge aufzustellen.

Stauraum

Ist der Kniestock[4] niedrig, musst Du die Möbel etwas von der Wand entfernt platzieren. Dadurch entsteht dahinter ein Freiraum, den Du als Stauraum nutzen kannst. Optimal wäre es natürlich, wenn Du hierfür individuelle Schränke beim Tischler anfertigen lassen könntest. Da dies aber sehr kostenintensiv ist, kannst Du Dich nach Lowboards und anderen Regalen umschauen, die sich dort aufstellen lassen.

Hitze

Unweigerlich wird die Wärme bereits im Frühling, spätestens im Sommer ein Problem darstellen. Schnell ist die 30°C Marke geknackt und die Wohnung wirkt wie ein Dampfkessel.

Als erste Maßnahme solltest Du versuchen die Fenster großzügig zu verdecken. Hierfür gibt es entweder Rollos oder eine Schutzfolie, welche Du direkt auf die Fenster aufträgst. Diese lässt kaum mehr die Wärmestrahlung hindurch, sodass die Wohnung kühler bleibt.

Zudem bietet sich die Installation einer Klimaanlage an. Ein Ventilator wirbelt nur die warme Luft auf und bringt keine echte Abkühlung. Nur mit einer Klimaanlage wird es Dir gelingen einen kühleren Raum zu erhalten.

Wohnfläche berechnen

Eine weitere Tücke besteht darin, wie denn die Wohnfläche berechnet[5] wird. Denn klar ist, dass Du nicht überall den Raum voll nutzen kannst. Die Dachschräge nimmt Dir viel Platz und es wäre nicht fair, wenn dies komplett zur Wohnfläche zählen würde. Denn immerhin hängt die Miete von der nutzbaren Fläche ab und daher lohnt es sich schon mal genau nachzumessen, ob die Angaben des Vermieters stimmen oder die Miete eigentlich zu hoch ist.

Grundlage für die Berechnung der Wohnfläche stellt die zweite Berechnungsverordnung[6] dar. Diese sieht eine Berechnung wie folgt vor:

Höhe kleiner als 1 Meter: Zählt nicht zur Wohnfläche
Höhe größer als 1 Meter & kleiner als 2 Meter: Geht mit der Hälfte in die Wohnfläche ein
Höhe größer als 2 Meter: Geht voll in die Wohnfläche mit ein

Du siehst also, dass niedrigere Bereiche unter der Dachschräge nicht zur Wohnfläche zählen, da diese kaum nutzbar sind. Zudem gibt es einige Flächen, die nur zur Hälfte eingebracht werden dürfen.

Es lohnt sich häufig selber die Wohnung nochmals nachzumessen. Ist die Abweichung höher als 10% von der angegebenen Wohnfläche im Mietvertrag, ist eine Mietkürzung vertretbar. Hier lohnt es sich allerdings vorab den Kontakt zum Mieterschutzbund zu suchen und die Ausmessung von neutraler Stelle bestätigen zu lassen.

Die Dachgeschosswohnung für einen besonderen Flair

Der Wohnungsmarkt ist heißt umkämpft. Du hast kaum eine Wahl, welche Wohnung Du am liebsten nehmen würdest. Konntest Du Dich bisher nicht mit der Idee anfreunden in einer Dachgeschosswohnung zu leben, dürfte dies mit diesen Tipps deutlich leichter gelingen.

Bist Du fit und bereit etwas gegen die Hitze im Sommer zu investieren, weist das Leben unter dem Dachgeschoss einige Vorzüge auf. Sei etwas kreativ bei der Einrichtung und Du wirst Dich schnell an die vielen Schrägen gewöhnen.

Sebastian
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