Wie viel solltest Du sparen?

Machst Du Dir Gedanken über Deine Finanzen und hast Du eine vage Prognose aufgestellt, wie hoch Deine Rente ausfallen wird? Dann wirst Du wahrscheinlich erstaunt festgestellt haben, dass das Einkommen im Alter kaum ausreicht, um nur annähernd Deinen Lebensstandard zu halten. Du müsstest Dich stark einschränken, was unter anderem zur Folge hat, dass Du in eine kleinere Wohnung ziehen müsstest und manche Hobbys nicht mehr ausführen könntest. Und das, obwohl während der Rente eigentlich mehr Zeit zur Verfügung steht.

Um nicht mit diesen Problemen zu kämpfen ist es sinnvoll jeden Monat einen gewissen Betrag des Einkommens zur Seite zu legen. Fängst Du früh an zu sparen, rentiert es sich aufgrund des Zinseszinseffektes gleich doppelt. Du erhältst über einen längeren Zeitraum die Rendite und kannst das Geld wieder gewinnbringend anlegen.

Doch wie viel solltest Du jeden Monat sparen und was ergibt sich daraus für Deine Finanzplanung?

Weshalb solltest Du sparen?

Die Altersvorsorge ist nur ein Grund, weshalb Du anfangen solltest zu sparen. Es gibt einige weitere Gründe, weshalb es sinnvoll ist Geld zur Seite zu legen.

Unvorhergesehene Kosten

Hast Du ein Budget aufgestellt und hältst es jeden Monat ein, ist dies grundsätzlich positiv. Du kommst mit Deinem Geld gut zurecht und musst keine Schulden aufnehmen.

In der Praxis ist es jedoch sehr unwahrscheinlich, dass das geplante Budget jeden Monat ausreichend ist. Es können unvorhergesehene Kosten auf Dich zukommen, die in Deinem Budget nicht berücksichtigt wurden. Etwa eine teure Reparatur des Autos, der Ersatz der Waschmaschine oder eines ähnlichen Gerätes oder die Tierarztrechnung für das eigene Haustier.

Hierbei ist es ratsam, im Budget bereits einen Puffer einzufügen, der sich auf diese plötzlichen Ausgaben bezieht. Doch selbst bei der gründlichsten Planung kann immer etwas dazwischenkommen. Nutzt Du diesen Puffer einen Monat mal nicht aus, dann lege diesen zur Seite, um für eine spätere Notsituation gewappnet zu sein.

Größere Anschaffungen

Eigenheim - sparen
Möchtest Du Dir den Traum vom Eigenheim erfüllen, solltest Du dafür so früh wie möglich einen größeren Teil Deines Einkommens zurücklegen

Das Monatsbudget gibt Dir einen Einblick darin, wie viel Geld Dir jeden Monat zur Verfügung steht. Doch möchtest Du Dir etwas Größeres leisten, wie etwa einen neuen Fernseher, Smartphone oder Fahrzeug, lässt sich dies schlecht im Budget berücksichtigen. Diese Anschaffungskosten überschreiten das regelmäßige Budget bei Weitem.

Daher ist es notwendig jeden Monat etwas Geld zu sparen, damit Du nach einer gewissen Zeit die benötigte Summe zusammen hast. Bei einem Smartphone können dies wenige Monate sein. Steht auf Deinem Wunschzettel jedoch ein Haus, kann es einige Jahre bis Jahrzehnte dauern, bis Du dieses finanzielle Ziel erreicht hast.

Finanzielle Unabhängigkeit

Gehörst Du auch zu den typischen Arbeitnehmern, die einen 9-to-5 Job nachgehen und sich die ganze Woche bereits auf das Wochenende freuen? Würdest Du Deine Zeit lieber sinnvoller verbringen und nicht im Büro „verschwenden“?

Dann ist dies ein nicht unerreichbares Ziel. Baust Du Dir ein genügend hohes finanzielles Polster auf und investierst einen Großteil Deines Einkommens, fällt die Rendite so hoch aus, dass diese als Lebensgrundlage dienen könnte. Dann bist Du nicht mehr auf Dein Arbeitseinkommen angewiesen und finanziell unabhängig.

Selbst wenn Du nicht vollkommen die Arbeit aufgeben möchtest, bedeutet eine hohe finanzielle Reserve auch, dass Du bei der Arbeitsplatzsuche viel freier bist. Du kannst mehr Wert auf eine gute Atmosphäre legen und dafür Gehaltseinbußen in Kauf nehmen. Ebenso könnte es für Dich interessant sein, die Arbeitsstunden zu reduzieren und in Teilzeit zu arbeiten. Fängst Du früh mit dem Sparen an, gewinnst Du dadurch an Freiheit und musst Dich nicht mehr dem Stress des Arbeitsmarktes aussetzen.

Was sagt die Sparquote aus?

Die Rücklagen in absoluten Zahlen auszudrücken, ist für eine allgemeine Regel wenig sinnvoll. Die Lebensgrundlagen sind dafür viel zu individuell und es gibt einige Faktoren, die beim Sparen eine Rolle spielen. Es macht eben einen großen Unterschied, ob Du etwa in München lebst und entsprechend hohe Lebenshaltungskosten hast oder auf dem Land zu Hause bist.

Daher wird gerne die Sparquote für einen Vergleich bemüht. Die Sparquote gibt an, welchen Anteil Deines Budgets Du zurücklegst.

Eine viel zitierte Regel bezieht sich hierbei auf eine 50/30/20 Aufteilung.

  • 50% des Einkommens wird für lebensnotwendige Dinge, wie etwa die Miete und Lebensmittel ausgegeben
  • 30% sind beliebige Ausgaben, wie etwa die Freizeitgestaltung
  • 20% der monatlichen Einnahmen sollten zurückgelegt werden

Mit dieser Aufteilung erhältst Du einen ersten Anhaltspunkt, wie viel Geld Du jeden Monat sparen solltest. Dabei ist jedoch klar, dass die Lebenswirklichkeit anders aussieht.

Die alleinerziehende Mutter mit einem geringem Einkommen wird es kaum schaffen, von den wenigen Einnahmen noch 20% zu sparen. Einem jungen Akademiker in einem gut bezahlten Beruf ohne Familie wird es hingegen wesentlich leichter fallen mehr als 20% zurückzulegen.

Die 50/30/20 Regel ist daher mehr eine Richtlinie, um auch im Alter gut versorgt zu sein. Wer rund 20% des Einkommens frühzeitig spart, wird gute Chancen darauf haben, noch vor der Rente mit dem Arbeiten regulär aufhören zu können. Das Ersparte ist dann so hoch, dass es ausreichend ist, um zusammen mit der Rente, einen guten Lebensabend zu bieten.

Wie hoch müssen die Rücklagen sein?

Das Sparen sollte nicht aus reinem Selbstzweck geschehen. Es ist immer mit dem Ziel verbunden, das Geld in der Zukunft zu nutzen.

Eine Faustregel besagt, dass etwa 3 bis 5 Monatsgehälter in Form eines Notgroschens vorhanden sein sollten. Mit diesen Rücklagen wird es Dir möglich sein, die gröbsten finanziellen Notsituationen abzufedern. Dazu zählt etwa der Arbeitsplatzverlust oder eine größere Anschaffung.

In Deutschland hast Du jedoch immer einen starken Sozialstaat im Rücken. Dieser wird ebenfalls dazu beitragen, dass Du die Krisensituationen besser bewältigst. Demnach kommt es vor allem auf Deine persönlichen Ziele an, um auszudrücken, wie viel Geld Du sparen solltest. Als absolutes Minimum wird eine Rücklage in Höhe von mindestens 3 Monatsgehältern empfohlen. Alles darüber hinaus hängt mit Deiner persönlichen Zukunftsplanung zusammen.

Möchtest Du hingegen die finanzielle Unabhängigkeit erreichen oder eine Immobilie erwerben, wirst Du langfristig nicht umhinkommen, eine höhere Sparquote zu bedienen. Dabei gelten die bereits angesprochenen 20% als guter Richtwert.

Die Sparquote in Deutschland

Wie hoch Dein monatlicher Sparbetrag ist, hängt von vielen Faktoren ab. Ein deutschlandweiter Vergleich zeigt hierbei ganz gut, wie die Sparquote zum Beispiel mit dem Alter und dem Vermögen zusammenhängt.

Dabei ist es wenig verwunderlich, dass die Sparquote in jungen Jahren und im fortgeschrittenen Alter am niedrigsten ausfällt. Befindest Du Dich noch in der Ausbildungsphase, wirst Du kaum Rücklagen aufbauen können. Damit befindest Du Dich in guter Gesellschaft, denn das Vermögen wächst erst, wenn Du in das Berufsleben einsteigst. Im Durchschnitt liegt die Sparquote in den Altersgruppen zwischen 25 und 54 Jahren bei etwas mehr als 15%. Damit wird die empfohlene Sparquote von 20% also fast erreicht.

Im höheren Alter wird das Vermögen in der Regel aufgebraucht, um damit den eigenen Lebensabend zu finanzieren. Die meisten größeren Investitionen sind bereits abgeschlossenen und große Veränderungen stehen nicht mehr an.

Sparverhalten in Deutschland
Quelle: DIW

Neben dem Alter besitzt das Einkommen einen großen Einfluss darauf, wie viel Geld jeden Monat zurückgelegt wird. Niedrige Einkommen haben keine Möglichkeit, einen Teil des Einkommens zu sparen. Sie leben sprichwörtlich von der Hand in den Mund und das gesamte Einkommen wird für den Lebensunterhalt benötigt.

Bei der Einkommensgruppe der untersten 20% zeigt sich hingegen, dass zumindest ein kleiner Teil des Einkommens zum Sparvermögen aufgebaut wird. Die Sparquote liegt zwar nur bei wenigen Prozent, doch dies ist bereits ausreichend, um kleinere Anschaffungen abfedern zu können und nicht das Konto zu überziehen.

Mit steigendem Einkommen steigt kontinuierlich auch die Sparquote. Bei den obersten 10% beträgt diese stolze 40%. Jeden Monat wird also nur 60% des Einkommens ausgegeben. Der Rest wird gespart und mit solch einer hohen Sparquote kann der Lebensstandard auch im Alter ohne Probleme gehalten werden.

Deine persönliche Sparquote

Letztlich muss jeder selber entscheiden, wie viel man sparen sollte. Besitzt Du keine langfristigen Wünsche und stehen keine Anschaffungen an, ist es empfehlenswert so viel zu sparen, dass Du immerhin über einen Notgroschen von mehreren Monatsgehältern verfügst.

Für die meisten Personen wird es jedoch vorteilhafter sein, mindestens 20% des Einkommens zu sparen. Diese Sparquote gewährt eine höhere Sicherheit gegenüber plötzlich auftretenden Kosten und wird ausreichend sein, um etwas für die Altersvorsorge anzusparen. Denn mit der Rente allein ist kaum ein genügsames Leben möglich.

Möchtest Du Deinen Lebensstandard halten, dann lege mindestens 20% Deines Einkommens zur Seite. Investiere einen Großteil der Ersparnisse langfristig in ETFs und die Rendite wird einen nachhaltigen Vermögenszuwachs zur Folge haben. Dann bist Du im Alter abgesichert und musst Dich nicht ausschließlich auf die Rente verlassen.

Sebastian
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