Wie viel Geld sollte man auf dem Girokonto haben

Liegt Dein Geld bisher nur auf dem Girokonto und fragst Du Dich, ob es woanders besser aufgehoben ist?

Dann ist dies eine berechtigte Frage. Denn die Zeiten, in denen Du auf dem Girokonto hohe Zinsen erhalten hast, sind lange vorbei. Mittlerweile liegen die Guthabenzinsen bei den meisten Girokonten bei 0 Prozent. Auf den ersten Blick könnte dies bedeuten, dass Dir dadurch keine Kosten entstehen. Doch unter Betrachtung der Inflation verliert das Geld auf dem Girokonto kontinuierlich an Wert.

Liegt Dein Geld nur passiv auf Deinem Girokonto, würde Dein Vermögen nach und nach dahinschmelzen. Doch wie viel Geld solltest Du auf dem Girokonto belassen und welche Alternativen zur Vermögensaufbewahrung stehen Dir zur Verfügung?

Regelmäßige Zahlungsvorgänge

Girokonten werden genutzt, um damit die regelmäßigen Lebenshaltungskosten zu bezahlen. Per Dauerauftrag überweist Du die Miete und jeden Monat fallen Kosten für Versicherungen und zum Beispiel Dein Handy an. Diese Fixkosten sind erwartbar und fallen jeden Monat ungefähr gleich hoch aus.

Eine Grundregel für die Höhe des Geldbetrages ist, dass der Kontostand nicht ins Minus rutschen darf. Die Guthabenzinsen mögen zwar auf einem historischen Tiefpunkt sein. Für den Dispozins[1] gilt dies jedoch nicht.

Dispozinsen vermeiden

Dieser fällt an, wenn Girokonten ins Negative rutschen. Für gewöhnlich gewähren Banken Dir einen Dispositionskredit, welcher automatisch bereitsteht. Dadurch erhältst Du bei finanziellen Engpässen unkompliziert Geld, doch dies ist mit hohen Kosten verbunden. Der Dispozins liegt, je nach Institut, zwischen 4 und 14 Prozent. Ein versehentliches Überziehen ist also teuer und vermeidbar.

Daher besagt eine Faustformel, dass Du stets genügend Geld auf dem Girokonto haben solltest, um die regelmäßigen Ausgaben zu begleichen. Dadurch rutscht das Girokonto nicht ins Minus und es entstehen keine hohen Kosten des Dispozinses.

Besser ist es natürlich, wenn Du ein kleines finanzielles Polster auf dem Girokonto belässt. Kommt es mal zu Verzögerungen beim Zahlungseingang, droht nicht sofort der Dispozins Dein Vermögen zu belasten. Behalte also genügend Spielraum, indem Du die Fixkosten von zwei Monaten auf dem Girokonto belässt.

Einlagensicherung

Auf der anderen Seite könnte es auch sein, dass Du gerade geerbt hast oder anderweitig zu einem hohen Vermögen gekommen bist. Neben dem Verhindern des Dispozinses ist auch auf einen Maximalbetrag bei Girokonten zu achten.

Dein Geld ist bei der Bank mittels der gesetzlichen Einlagensicherung[2] geschützt. Sollte Deine Bank mal in finanzielle Nöte geraten, ist ein Betrag von bis zu 100.000 Euro pro Einleger geschützt. Tritt eine Insolvenz auf, hast Du die Sicherheit, dass Dein Guthaben bis zu dieser Höhe in jedem Fall ausgezahlt wird.

Lässt Du eine höhere Summe auf dem Girokonto liegen, besteht das Risiko, dass im Falle einer Insolvenz ein Teil des Geldes verloren geht. Daher ist es sinnvoll, bei einem Guthaben von mehr als 100.000 Euro dies auf mehrere Girokonten bei unterschiedlichen Kreditinstituten aufzuteilen. Denn die Einlagensicherung greift für jedes Kreditinstitut erneut, sodass es möglich ist einen wesentlich höheren Betrag abzusichern.

Opportunitätskosten

Lässt Du all Dein Vermögen auf dem Girokonto liegen, kannst Du damit vielleicht ruhig schlafen. Dein Geld ist auf der Bank gut aufgehoben und es steht jederzeit zur Verfügung.

Außer Acht lässt Du hierbei, dass Dein Geld auch für Dich arbeiten könnte. Das Girokonto wirft zwar keine Rendite ab, doch die Wirtschaft wächst beständig. Um davon zu profitieren, lohnt es sich, das Geld zu investieren. In Form von ETFs sind etwa durchschnittliche Renditen von 5 Prozent pro Jahr möglich.

Im Rahmen der optimalen Vermögensverteilung ist es daher sinnvoll, nur so wenig Geld wie möglich auf dem Girokonto zu belassen. Besser ist es, das Geld zu investieren, um langfristig ein höheres Vermögen zu erlangen und die eigenen Sparziele zu erreichen.

Der Notgroschen

Das Geld auf dem Girokonto sollte in etwa den Fixkosten von zwei Monaten entsprechen, um nicht in den Dispo zu rutschen. Neben diesem Geld ist auch ratsam einen Notgroschen vorzuhalten. Dieser ist als Reserve geeignet, um unvorhersehbare Ausgaben aufzufangen. Dies könnte etwa eine Reparatur des Autos oder eine kaputte Waschmaschine sein.

Die Höhe des Notgroschens richtet sich ebenso nach den üblichen Ausgaben. Hier gilt die Faustregel, dass etwa drei Monatsausgaben eine ausreichende Sicherheit geben, um in Notfällen keinen Kredit aufnehmen zu müssen.

Der Notgroschen muss nicht auf dem Girokonto verbleiben. Er ist nicht für die täglichen Lebenshaltungskosten gedacht. Besser geeignet ist die Anlage auf einem Tagesgeldkonto. Hier erhältst Du immerhin einen minimalen Zins für Dein Guthaben, sodass die Inflation weniger spürbar ist. Dennoch sind auch hier die Zinsen so niedrig, dass langfristig eine Verringerung des Vermögens auftritt.

Langfristige Investitionen

Auf dem Girokonto hältst Du Dein Guthaben so gering wie möglich, um die fälligen Ausgaben zu bezahlen. Zudem liegt auf dem Tagesgeldkonto Dein Notgroschen, um kurz- bis mittelfristig abgesichert zu sein. Was passiert nun mit Deinem restlichen Vermögen?

Zum Vermögensaufbau sind weder das Girokonto noch das Tagesgeldkonto geeignet. In Abhängigkeit Deines Risikoprofils sind unterschiedliche Investitionsmöglichkeiten denkbar.

Aktien kaufen

Bist Du bereit etwas mehr Risiko einzugehen, ist die Anlage in Aktien möglich. Bei der Investition in Aktien sind größere Schwankungen des angelegten Kapitals vorherzusehen. Damit steigen die Gewinnchancen aber auch ein kompletter Verlust ist möglich. Um das Risiko etwas zu schmälern ist eine breite Diversifikation ratsam. Lege also nicht all Dein Geld in ein Unternehmen an, sondern teile dieses auf verschiedene Aktientitel auf. Mittels Dividenden erhältst Du einen regelmäßigen Zufluss an Kapital, welches zusätzlich motiviert und Dir zeigt, dass sich die Investition auszahlt.

In ETFs investieren

Aktien sind zur langfristigen Investition mit einem höheren Risiko verbunden. Möchtest Du eher bedacht und auf sicherem Wege Dein Vermögen vermehren, sind ETFs die besonnenere Entscheidung. Hierbei investierst Du in eine Vielzahl von Unternehmen auf unterschiedlichen Märkten. Die Schwankungen fallen dadurch geringer aus und eine historische Rendite von mehr als 5 Prozent im Jahr ist vielversprechend.

Ein passiver Index-Fonds überzeugt mit niedrigen Kosten und einer stetigen positiven Wertentwicklung. So ist es möglich sich fürs Alter abzusichern und nicht gänzlich auf die Rente angewiesen zu sein.

Immobilien kaufen

Als Alternative zum Kapitalmarkt sind auch Immobilien beliebt. Diese haben in den letzten Jahren eine sprunghafte Wertentwicklung durchgemacht und eine beständige Nachfrage scheint auch in Zukunft gesichert zu sein.

Beachten musst Du allerdings, dass der Verwaltungsaufwand wesentlich höher ist. Du musst Dich darum kümmern geeignete Mieter zu finden und der steuerliche Aufwand ist nicht zu unterschätzen. Auch besteht ein höheres Klumpenrisiko, da selten das Kapital vorhanden ist, um gleich mehrere Immobilien zu kaufen.

Hast Du die Möglichkeit günstig an ein Objekt zu gelangen, ist die Immobilie als Altersvorsorge eine gute Investition. Neben den regelmäßigen Mieteinnahmen kannst Du diese auch selbst nutzen und im Alter Deine monatlichen Kosten senken, wenn bis dahin das Haus abbezahlt ist.

Weshalb das Girokonto nicht zum Sparen geeignet ist

Auf dem Girokonto solltest Du nur so viel Geld bereithalten, wie für den regelmäßigen Zahlungsverkehr notwendig ist. Liegen dort große Summen, deutet dies auf Versäumnisse hinsichtlich der finanziellen Planung hin.

Denn indem Dein Erspartes nur auf dem Girokonto liegt, entgeht Dir eine höhere Rendite. Du verlierst nicht nur die jährlichen Zuwächse, sondern auch den Zinseszinseffekt, welcher besonders in jungen Jahren noch stärker zum Tragen kommt. Je früher Du am Kapitalmarkt investierst, desto stärker profitierst Du vom Zinseszins. Es lohnt sich also auch bereits relativ kleine Beträge anzulegen, da diese völlig ohne Dein Zutun mit der Zeit an Wert gewinnen.

Belasse nur so viel Geld auf Girokonten, damit Du alle anfälligen Rechnungen bezahlen kannst. Halte einen Notgroschen vor und investiere das verbliebene Vermögen, um langfristig das Geld zu vermehren. Beachte zudem mögliche Negativzinsen[3], die auf dem Konto anfallen könnten und behalte den Überblick über Deine Geldanlage. Dann wirst Du merken, dass Dein Guthaben woanders wesentlich besser aufgehoben ist, als auf den Girokonten.

Sebastian
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