Was sind Zinsen – Eine simple Übersicht

In verschiedenen Bereichen bist Du mit Zinsen wahrscheinlich in Berührung gekommen. Sei es als Sparer und dem regelmäßigen Überprüfen der Guthabenzinsen oder als Häuslebauer, wenn Du einen Kredit für die Finanzierung aufnimmst. Zinsen sind in der Wirtschaft allgegenwärtig und besitzen einen wichtigen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit von Unternehmen[1], aber auch Privatpersonen.

Die Definition des Zinses ist relativ simpel. Der Zins stellt die Kosten dar, die für das Leihen von Geld anfallen.

Die Kosten werden hierbei als Zins angegeben und in Prozent dargestellt. Wie teuer das Leihen des Geldes ist, ist somit direkt abhängig von der Höhe der benötigten Summe. Zumeist beträgt der Zins wenige Prozent der Gesamtsumme.

Als Privatverbraucher wirst Du mit verschiedenen Zinsen konfrontiert. Diese können für Dich positiv sein und zur Vermögensbildung beitragen, etwa beim Guthabenzins oder negativ sein, falls Du einen Kreditzins bedienen musst.

Die Höhe des Zinses ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu gehören Deine Bonität aber auch der aktuelle Leitzins. Was es genau damit auf sich hat, erfährst Du im Folgenden.

Verschiedene Zinsarten

In der Finanzwelt wirst Du mit verschiedenen Begriffen rund um den Zins konfrontiert. Um etwas die Verwirrung zu mindern, erhältst Du hier eine Übersicht und bist eher im Klaren darüber, was es mit diesen Zinsen auf sich hat.

Sollzinsen

Nimmst Du einen Kredit von einer Bank auf, ist dies für diese mit einem gewissen Risiko verbunden. Es besteht die Gefahr, dass Du als Kreditnehmer das Geld nicht zurückbezahlst. Um dieses Risiko abzufedern, erhebt die Bank einen Sollzins[2]. Dies beschreibt die Kosten, die für die Kreditaufnahme anfallen.

Habenzinsen

Legst Du Dein Guthaben bei der Bank an, kann diese frei über das Geld verfügen. Sie stellt es etwa ihrerseits für Kreditgeschäfte zur Verfügung und generiert daraus Einnahmen. Als Belohnung erhältst Du eine Gutschrift – den Habenzins. Dieser Zins ist geringer als der Sollzins und insbesondere in der derzeitigen Niedrigzinsphase kaum ein lohnenswertes Instrument, um das Vermögen zu mehren.

Negativzins

Nicht immer vergeben Banken für die Einlage des Guthabens positive Zinsen. Mittlerweile ist ein Stadium erreicht, in welchem Banken einen Strafzins ab einer bestimmten Höhe verlangen. Es müssen also Gebühren in Form von Negativzinsen gezahlt werden, wenn Du diese Beträge bei Banken einlagern möchtest.

Zinseszins

Legst Du Dein Geld an und erhältst dafür einen Habenzins, ist dies eine erfreuliche Nachricht. Das Vermögen profitiert zudem von dem Zinseszinseffekt. Denn das Geld, welches Du als Zins erhältst, kannst Du direkt wieder anlegen, wodurch Du einen höheren Zins erhältst und das Wachstum beschleunigst. Dieser Effekt wird als Zinseszins bezeichnet und verdeutlicht umso mehr, dass es bereits in jungen Jahren sinnvoll ist sein Geld gewinnbringend zu investieren, selbst wenn es sich nur um kleine Beträge handelt.

Nominal-/Kreditzins

Der Nominalzins beschreibt den Zinssatz ohne Inflation. Liegt der Nominalzins unterhalb der Inflationsrate verringert sich real die Zinsbelastung.

Realzins

Unter Berücksichtigung der Inflation wird der Realzins ermittelt. Die Inflationsrate wird vom Nominalzins abgezogen. Liegt eine hohe Inflation bei gleichzeitig niedrigem Zins vor, ist der Realzins[3] negativ. Dadurch ergibt sich das Phänomen, dass bei geringen Guthabenszinsen Dein angelegtes Geld dennoch an Wert verliert, wenn die Inflation höher ist als der Habenzins.

Leitzins

Der Leitzins ist ein von der EZB festgelegter Wert. Dieser gibt an, zu welchem Preis sich Kreditinstitute bei Zentralbanken mit Zentralbankgeld versorgen können. Die Höhe des Leitzinses beeinflusst maßgeblich die Kredit- und Habenzinsen und besitzt damit auch einen Einfluss auf Kleinanleger.

Effektiver Jahreszins

Für die Aufnahme eines Kredites entstehen neben dem Zins weitere Kosten. Dies sind Gebühren oder Zinsen, die bereits im laufenden Jahr anfallen. Die tatsächlichen Kosten im Jahr werden als effektiver Jahreszins angegeben. Dadurch erhalten Verbraucher eine höhere Sicherheit, um die Kreditbelastung im Jahr zu berechnen.

Überziehungszins

Gerätst Du mit Deinen Zahlungen in Rückstand, besteht die Möglichkeit kurzfristig den Dispositionskredit[4] Deines Girokontos in Anspruch zu nehmen. Die hierfür anfallenden Überziehungszinsen sind wesentlich höher als die üblichen Kreditzinsen. Dafür erhältst Du das Geld unbürokratisch und es steht Dir unmittelbar zur Verfügung.

Aufgabe der Zinsen

Zinsen erfüllen im Wirtschaftskreislauf eine wichtige Funktion. Ohne Zinsen bestünde kein Anreiz, dass Banken oder andere Institutionen Geld verleihen. Dies wäre problematisch, da die meisten Unternehmen auf die Finanzierung mittels Fremdkapital angewiesen sind. Sei es in der Anfangsphase, um das Unternehmen aufzubauen oder um später größere Investitionen tätigen zu können.

Zinsen für Unternehmen
Zinsen sind für die Bereitstellung von Kapital essenziell und halten auf diese Weise den Wirtschaftskreislauf am Leben

Zinsen beschreiben die Überlassung von Kapital. Kreditinstitute sichern sich mittels des Zinses vor dem Risiko ab, dass Kreditnehmer das Geld nicht mehr zurückzahlen können. Ohne Zins würden Banken mit jedem Kredit ein Minusgeschäft eingehen. Der Zins stellt somit eine Art „Miete“ dar, der als Gebühr für das Verleihen genommen wird.

Für Anleger stellt der Zins ein Anreiz dar, dass Guthaben bei dem Kreditinstitut einzuzahlen. Dort steht es der Bank zur Verfügung und kann für Geschäftszwecke verwendet werden. Anstatt, dass das Geld einfach unter dem Kopfkissen in Vergessenheit gerät, wird es auf diese Weise wieder dem Wirtschaftskreislauf zugeführt. Es steht für Investitionen zur Verfügung und kurbelt im Idealfall das Wirtschaftswachstum an.

Somit ist der Zins sowohl für Banken als auch Anleger ein wichtiges Instrument, um die Kapitalversorgung sicherzustellen. Ohne Zins würde jeder Beteiligte lieber das Geld horten und dem Wirtschaftskreislauf effektiv entziehen.

Wovon ist die Zinshöhe abhängig

Die Zinshöhe ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Je nach Art des Zinses unterscheiden sich die Einflussfaktoren.

Leitzins

Einer der maßgeblichen Faktoren ist der Leitzins. Dieser wird von der Europäischen Zentralbank festgelegt und beschreibt, zu welchem Preis sich Kreditinstitute mit Kapital bei den Zentralbanken versorgen können. Der Leitzins beträgt nahezu 0%. Daher wird auch von einer Phase des Niedrigzins gesprochen. Für Kreditinstitute ist die Versorgung mit neuem Kapital so günstig wie noch nie. Dadurch sinkt das allgemeine Zinsniveau für Kredite als auch Guthaben.

Bonität

Möchtest Du einen Kredit bei der Bank aufnehmen, ist neben dem Leitzins auch die Kreditwürdigkeit wichtig, um die Zinshöhe zu berechnen. Je besser Deine Bonität, desto geringer ist die Gefahr, dass der Kredit nicht mehr bedient wird. Die Risikoprämie kann also geringer ausfallen. Ist Deine Bonität sehr gering, besteht ein größeres Risiko, dass die Rückzahlung des Kredites nicht erfolgt. Somit steigt der Zins oder die Kreditaufnahme wird gänzlich verwehrt.

Inflation

Die Höhe der Zinsen ist zudem abhängig von der Inflation. Würden Banken einen Kredit vergeben, dessen Nominalzins unterhalb der Inflation liegt, würden sie real ein Minusgeschäft eingehen. Daher orientieren sie sich auch an der Inflation, um den Realzins zu bestimmen. Bei einer hohen Inflation steigt der Nominalzins und vice-versa.

Berechnung der Zinsen

Für Verbraucher ist es wichtig zu erfahren, wie hoch die tatsächliche Zinsbelastung ist. Denn nicht immer sind die Berechnungsmodelle sofort durchschaubar. Insbesondere bei der Aufnahme von Krediten zur Finanzierung von Konsumgütern, also beim Kauf eines Autos oder Fernsehers, sind Unternehmen besonders „kreativ“ und es warten versteckte Kosten auf den Verbraucher. Daher besteht gesetzlich die Vorgabe den effektiven Jahreszins anzugeben.

Zinsen können in verschiedenen Intervallen fällig werden. Diese sind:

Tagesbasis
Monatsbasis
Jahresbasis

Legst Du Dein Geld bei der Bank an, erhältst Du meist jährlich eine Gutschrift des Habenzinses. Je kürzer die Intervalle, desto stärker fällt der Zinseszins ins Gewicht. Erhältst Du täglich die Zinsen gutgeschrieben, würde sich dies über das Jahr gesehen aufsummieren und zu einem höheren Vermögenswachstum führen.

Die allgemeinen Zinskosten berechnen sich aus:

Anfangskapital
Laufzeit des Kredites
Nominalzinssatz pro Jahr

Insbesondere bei größeren Anschaffungen, wie etwa dem Hausbau oder einem Auto ist es ratsam die Zinskosten im Blick zu haben. Je nach Zinsbelastung[5] könnte es sinnvoller sein mehr Eigenkapital bereitzustellen, sodass der Kredit niedriger ausfällt.

Steuerlich ist zu beachten, dass Zinsen im gewerblichen Zusammenhang abgesetzt werden dürfen. Erwirbst Du eine Immobilie und vermietest diese, darfst Du die Zinsen des Immobilienkredites absetzen, da diese als Aufwendungen anzusehen sind.

Die Zinsen einfach erklärt

Oftmals besteht etwas Unbehagen, wenn es um das Thema Zinsen geht. Es bestehen Vorurteile, dass Zinsen etwas „Böses“ seien und daher um jeden Preis vermieden werden sollte, Kredite aufzunehmen.

Zinsen sind jedoch grundsätzlich ein sinnvolles Instrument, um die Kapitalversorgung sicherzustellen. Erst dank der Zinsen sind Banken bereit das Geld zu verleihen und Kapital zur Verfügung zu stellen.

Die Zinsen sind hierbei vergleichbar mit den Leihgebühren, für die Bereitstellung des Geldes. Die Höhe ist abhängig vom Gesamtkapital und wird in Prozent ausgedrückt.

Sparer profitieren dank der Habenzinsen und vermehren passiv Ihr Vermögen. Zumindest, wenn die Zinssätze höher als die Inflation liegen. Dies ist heutzutage bei einfachen Girokonten und selbst Tagesgeldkonten nicht mehr der Fall.

Möchten Kleinanleger gewinnbringend Ihr Vermögen anlegen, ist dafür die Investition am Kapitalmarkt notwendig. Die Rendite von ETFs übersteigt bei Weitem die Habenzinsen bei Geldanlagen.

Nun ist die Frage beantwortet: „Was sind Zinsen“ und Du bist in der Lage diese bei der zukünftigen Finanzierung der Immobilie besser zu verstehen.

Sebastian
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