Rentenabzüge – Wie viel bleibt von der Rente übrig?

Die Rente ist bereits für die meisten Bezieher mit einem deutlichen Abschlag im Vergleich zum Arbeitseinkommen verbunden. Einschränkungen des Lebensstandards sind die Folge und es droht die Altersarmut.

Obwohl die Rente relativ gering ausfällt, kommt diese nicht vollständig bei den Empfängern an. Ähnlich wie beim Arbeitseinkommen fallen auch bei der Rente einige Abzüge an, die den Betrag mindern.

Welche Rentenabzüge fallen an und wie hoch wird das tatsächlich zur Verfügung stehende Einkommen beim Renteneintritt sein?

Durchschnittliche Rente

Zunächst hilft es sich einen Überblick darüber zu verschaffen, wie hoch die eigene Rente denn später einmal sein wird. Denn häufig besteht keine genaue Vorstellung darüber und mit dem Rentenbeginn ist ein großer Schock verbunden.

Die Rentenzahlungen setzen sich aus der Anzahl der Rentenpunkte, dem Beginn der Rente und der Art der Rente zusammen. Rentenpunkte sammelst Du, indem Du Beiträge in die deutsche Rentenversicherung einzahlst. Für Arbeitnehmer geschieht dies automatisch über den Arbeitgeber. Selbstständige oder Freiberufler müssen dies selbst veranlassen, da diese nicht verpflichtet sind, in die gesetzliche Rente einzuzahlen.

Je höher Dein Einkommen und die Beiträge sind, desto mehr Rentenpunkte erhältst Du. Dies wird immer relativ zum Durchschnittseinkommen betrachtet. Liegt Dein Verdienst genau im deutschlandweiten Durchschnitt, erhältst Du einen Rentenpunkt. Dieser ist derzeit mit einem Wert von etwa 35 Euro verbunden. Je nach Dauer Deiner Arbeitstätigkeit erhältst Du jährlich die Rentenpunkte. Bei einem durchschnittlichen Einkommen und 35 Jahren der Beitragszahlungen, würdest Du somit rund 1.225 Euro an Rente erhalten.

Dieser Rentenbetrag mag bereits eine Ernüchterung darstellen. Selbst, wenn Du überdurchschnittlich viel verdienst, ist es kaum realistisch, die Höchstrente zu erhalten. Somit bewegen sich Gutverdiener später meist bei einer Rentenhöhe zwischen 1.500 und 2.000 Euro.

In der Praxis liegt die durchschnittliche Rentenhöhe in Deutschland[1] zwischen 1.000 und 1.100 Euro. Im Osten und bei Frauen ist das Rentenniveau etwas niedriger, während es bei Männern und im Westen leicht höher ist. Dies ist mit den unterschiedlichen Beitragsjahren und dem im Durchschnitt höheren Verdienst der männlichen Arbeitnehmer begründet.

Der Betrag von etwas mehr als 1.000 Euro mag für Rentner schon kaum ausreichend sein. Doch dabei handelt es sich nur um den Bruttobetrag. Es fehlen noch zahlreiche Abzüge, die auf die Rentner zukommen.

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Krankenversicherung

Die Krankenversicherung ist für Rentner ein wichtiger Punkt, um eine hohe Lebensqualität aufrechtzuerhalten. Im Alter sind häufigere Untersuchungen und Gänge zum Arzt notwendig.

Private Krankenversicherung

Sind Rentner privat versichert, ist mit hohen Kosten zu rechnen. Diese befinden sich meist aufwärts von 500 Euro pro Monat. Diese Beträge sind für die meisten Rentner ohne besondere Vorsorge nicht zu stemmen. Daher sollten sich insbesondere Selbstständige frühzeitig darum kümmern, um auch im Alter die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung bezahlen zu können. Die Kosten der privaten Krankenversicherung sind unabhängig vom Einkommen und daher ein großer Kostenpunkt, welcher frühzeitig bedacht werden muss.

Gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung

Die meisten Rentner sind in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung Mitglied. Die Höhe der Beiträge[2] richtet sich nach dem Einkommen. Wie bei Arbeitnehmer liegt der Satz hier bei 14,6 Prozent vom Einkommen.

Rentner müssen diesen Beitrag nicht komplett allein stemmen. Die 14,6 Prozent werden hälftig vom Rentenempfänger und dem Rentenversicherungsträger bezahlt. Somit müssen Rentner 7,3 Prozent der eigenen Rente für die Krankenversicherung aufbringen.

Dazu addiert sich noch die Pflegeversicherung. Diese ist vollständig vom Rentenempfänger zu bezahlen und schlägt bei Kinderlosen mit einem Beitragssatz von 3,3 Prozent zu Buche.

Die Renten werden damit um zunächst 10,6 Prozent gemindert und damit die Zahlungen zur Kranken- und Pflegeversicherung geleistet. Diese Beiträge behält die deutsche Rentenversicherung direkt ein, sodass Rentner diese nicht selbst überweisen müssen.

Einkommensteuer

Ein weiterer wichtiger Kostenpunkt ist die Einkommensteuer. Lange Zeit unterlag die Rente nicht der Einkommensteuer und war steuerfrei.

Mittlerweile gilt dies seit der Einführung des Alterseinkünftegesetzes[3] nicht mehr und die Rente unterliegt, bis zu einem gewissen Teil, ebenfalls der Einkommensteuer. Wie hoch der Besteuerungsteil ist, hängt vom Rentenbeginn ab.

Wer im Jahr 2022 in Rente geht, dessen Bezüge unterliegen zu 82 Prozent der Einkommensteuer. Demnach ist nur ein Anteil von 18 Prozent weiterhin steuerfrei.

Der beitragsfreie Anteil reduziert sich jedes Jahr um ein Prozent. Wer im Jahre 2040 in Rente geht, unterliegt vollständig der Einkommensteuer und erhält keinen steuerfreien Anteil.

Zu beachten ist hierbei, dass der steuerliche Anteil „fix“ mit dem Rentenbeginn ist. Wer also bereits die Rente bezieht, erhält ein lebenslange weiterhin den zuvor festgesetzten steuerlich freien Anteil. Immerhin sind dann keine zusätzlichen jährlichen Belastungen zu erwarten.

Anders als die Krankenversicherung, verläuft die Höhe der Einkommensteuer progressiv. Je niedriger die Rente, desto geringer ist auch der Satz der Einkommensteuer.

Beispiel

Konkret lässt sich die Einkommensteuer mit einem Beispiel veranschaulichen. Hierbei beziehen wir uns auf einen Rentner, welcher im Jahre 2020 in Rente gegangen ist und eine Rente in Höhe von 1.500 Euro bezieht. Das Jahresbrutto liegt damit bei 18.000 Euro.

Im Jahr 2020 unterlagen 80% der Rente der Einkommensteuer. Daraus ergibt sich, dass die Höhe des versteuerbaren Einkommens bei 18.000 * 0,8 = 14.400 Euro liegt. Es besteht somit ein Rentenfreibetrag in Höhe von 3.600 Euro, welcher nicht der Einkommensteuer unterliegt.

Für die Berechnung der Einkommensteuer bietet das Bundesministerium der Finanzen einen eigenen Rechner[4] an. Bei einem zu versteuerndem Einkommen von 14.400 Euro wird laut des Rechners im Jahr 2021 eine Einkommensteuer in Höhe von 867 Euro fällig.

Zu beachten ist hierbei, dass die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung als Vorsorgeaufwendungen absetzbar sind. Dies bedeutet, dass das versteuerbare Einkommen sich um diese geleisteten Beiträge verringert. Für Rentner lohnt es sich daher eine Steuererklärung anzufertigen, da damit meist Rückzahlungen verbunden sind.

Versicherungen

Neben den vorher genannten Rentenabzügen, ist es für Rentner auch sinnvoll verschiedene Versicherungen weiterzuführen. Somit fallen zusätzliche Fixkosten an, die das zur Verfügung stehende Einkommen schmälern.

Haftpflichtversicherung

Zwar keine Pflichtversicherung, aber unabdingbar ist die private Haftpflichtversicherung. Diese kommt für Schäden auf, die etwa infolge eines Unfalls oder aus Versehen, geschehen sind. Die Beiträge der Haftpflichtversicherung liegen meist bei wenigen Euro. Abgedeckt sind jedoch Schäden bis mehrere Millionen Euro. Um nicht aufgrund eines Unfalls in der privaten Insolvenz zu landen, sind die Beiträge für diese Versicherung gut aufgehoben.

Kfz-Haftpflichtversicherung

Im Alter besteht der Wunsch mobil zu bleiben. Leider ist der öffentliche Nahverkehr nicht flächendeckend gut ausgebaut und wer außerhalb der Großstadt lebt, ist meist auf das Auto angewiesen.

Gesetzlich vorgeschrieben ist für Fahrzeughalter die Kfz-Haftpflichtversicherung. Ohne diese droht ein hohes Bußgeld, sodass hierbei nicht gespart werden darf.

Krankenzusatzversicherungen

Um im Alter optimal abgesichert zu sein, ist der Abschluss verschiedener Krankenzusatzversicherungen interessant. Diese umfassen beispielsweise die Zahnbehandlung oder gewähren bessere Konditionen während eines Krankenhausaufhaltes.

Diese Versicherung ist nicht zwingend notwendig, könnte aber den Lebensstandard erhöhen, wenn gesundheitliche Probleme zu erwarten sind. Damit ist diese Versicherung ein Teil der (freiwilligen) Rentenabzüge.

Abgaben in der Rente

Die Renten fallen relativ gering aus. Wie bei Arbeitnehmern handelt es sich hierbei nur um Jahresbrutto, welches den Steuern und Sozialabgaben unterliegt.

Standardmäßig zählen fallen unter die Rentenabzüge die Krankenversicherung in Höhe von 7,3 Prozent und die Pflegeversicherung in Höhe von ca. 3,3 Prozent. Abhängig von der Höhe des versteuerbaren Einkommens fällt zudem die Einkommensteuer an.

Für Rentner bedeutet dies, dass das eigentliche Netto meist um 100 bis 300 Euro niedriger ausfällt. Zu beachten sind zudem weitere Fixkosten, wie Versicherungen oder die Miete.

Das Renteneinkommen lässt daher kaum Spielraum und ein strenges Haushalten ist notwendig. Um dies zu vermeiden, lohnt es sich frühzeitig für das Alter privat vorzusorgen und die Rente eigenständig aufzubessern. Die deutsche Rentenversicherung sollte hierbei lediglich als Grundabsicherung wahrgenommen werden.

Weitere Formen der Altersvorsorge, etwa über das Investieren in ETFs oder Immobilien ist notwendig, damit später keine Altersarmut droht. Die gesetzliche Bruttorente wird um Steuern und Sozialabgaben gemindert, sodass die staatliche Rente allein kaum für einen ruhigen Lebensabend ausreichen.

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Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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