Mietnomaden – Woran erkennst Du Sie und wie wirst Du Sie los?

Hast Du Dir den Traum von der eigenen Immobilie erfüllt, kann es für Dich losgehen. Du suchst nach Mietern und zahlreiche Bewerbungen treffen bei Dir ein. Doch für welchen Kandidaten solltest Du Dich entscheiden?

Ist Deine Menschenkenntnis ungenügend oder hast Du im Vorfeld nicht genau recherchiert, kann es vorkommen, dass Du eine unglückliche Wahl triffst. Anstelle des vorbildlichen Mieters, ziehen bei Dir Mietnomaden ein. Diese haben gar nicht erst vor die Miete zu zahlen, sondern wollen über einen längeren Zeitraum die Wohnung nutzen, ohne die Miete zu begleichen.

Dadurch entsteht Dir ein hoher Schaden, vor welchem Du Dich schützen solltest. Doch wie kannst Du Mietnomaden erkennen und welche Mittel stehen Dir zur Verfügung?

Was sind Mietnomaden?

Als Mietnomaden werden Personen bezeichnet, die sich gezielt Wohnungen aussuchen, ohne die Miete zu bezahlen. Das ganze geschieht nicht etwa fahrlässig oder ohne eigene Schuld, weil Sie etwa plötzlich die Arbeitsstelle verloren haben. Nein, Mietnomaden haben von Anfang an kein Interesse daran für die Miete aufzukommen. Sie wollen einfach nur für einen gewissen Zeitraum die Wohnung kostenlos nutzen.

Nach den ersten versäumten Zahlungen leitest Du so schnell es geht die Räumungsklage ein. Doch bis diese rechtlich durchgesetzt wird, vergeht einige Zeit. Die Mietnomaden befinden sich weiterhin in der Wohnung, wodurch Dir ein finanzieller Schaden entsteht. Wurden die Personen aus der Wohnung entfernt, machen Sie sich auf dem Weg zum nächsten Objekt, um dort den gleichen Betrug fortzusetzen.

In Deutschland wird geschätzt, dass es ca. 15.000 Mietnomaden gibt, die auf diese Weise von Wohnung zu Wohnung ziehen. Im Vergleich zu den ehrlichen Mietern, sind diese Betrüger deutlich in der Unterzahl. Doch hat es Dich getroffen, bleibst Du nicht nur auf der Miete sitzen. Du musst möglicherweise auch Geld in die Renovierung investieren. Denn oftmals gehen Mietnomaden nicht gerade pfleglich mit der Einrichtung um.

Mietnomaden zu erkennen ist gar nicht so einfach. Sie treten gepflegt und ordentlich auf. Teilweise erscheinen Sie zur Wohnungsbesichtigung mit einem Automobil der gehobenen Klasse, um ein ausreichendes Vermögen zu vermitteln. Von diesem Eindruck darfst Du Dich nicht täuschen lassen. Mit etwas Vorsicht und Recherche ist es möglich, die Mietnomaden zu identifizieren und nicht auf diese Masche hereinzufallen.

Worin unterscheidet sich der Mietnomade vom Messi?

Häufig werden Messis und Mietnomaden im gleichen Atemzug genannt. Beide sind für Vermieter ein Alptraum und hinterlassen einen großen Schaden. Doch wirklich vergleichbar sind diese Personengruppen kaum.

Beim Messi handelt es sich um eine Person, welche sich nur schwer von Dingen trennen kann. Es fällt Ihnen schwer, wichtige von unwichtige Gegenstände zu unterscheiden. Es wird schlichtweg alles gesammelt und nichts mehr weggeworfen. Dies führt dazu, dass sich selbst Essensreste und anderer Müll in der Wohnung ansammelt.

Mit der Zeit nistet sich Ungeziefer ein und der Wohnraum ist kaum mehr begehbar. Messis sind dabei nicht in der Lage Ordnung zu halten und die Umgebung vermüllt zunehmend.

Der große Unterschied zwischen Mietnomaden und Messis besteht darin, dass Mietnomaden mutwillig vorgehen. Sie begehen ganz bewusst einen Betrug zu lasten des Vermieters. Der Messi leidet jedoch unter einer anerkannten psychischen Krankheit. Das Messi-Syndrom tritt meist auf, nachdem die Wohnung ganz gewöhnlich bewohnt wurde. Als Auslöser für dieses Verhalten kann zum Beispiel der Tod einer nahestehenden Person führen, welche zu dieser Überforderung führt.

Somit sind Messis und Mietnomaden klar voneinander abzugrenzen. Während es sich bei der einen Gruppe um vorsätzliche Betrüger handelt, ist die andere Gruppe von einer Krankheit gezeichnet.

Daran erkennst Du Mietnomaden

Der Schaden von Mietnomaden kann gerne in den 5-stelligen Bereich gehen. Dabei sind sowohl die Mietausfälle als auch die Schäden an der Wohnung, sowie die Anwaltskosten zu berücksichtigen. Um Dich vor diesen Personen zu schützen, solltest Du die folgenden Schritte durchführen.

Bonitätsprüfung

Eine der Kernaufgaben des Vermieters ist es, sich über die Zahlungsfähigkeit des potenziellen Mieters zu informieren. Bezahlt dieser immer pünktlich seine Rechnungen oder liegt eine Historie vor, die darauf hinweist, dass unbeglichene Schulden vorhanden sind.

Um die Zahlungsfähigkeit zu bestimmen, solltest Du die Schufa oder eine vergleichbare Auskunft einfordern. Anhand dieser Daten lässt sich in der Regel sehr genau bestimmen, welches Zahlungsverhalten der Mieter an den Tag legt. Als Vermieter solltest Du Dich lieber für Mieter entscheiden, die möglichst keine negative Einträge aufweisen und eine hohe Zuverlässigkeit bewiesen haben.

Gehaltsnachweis

Neben der Historie ist es auch wichtig, über die derzeitigen Einkommensquellen Informationen zu erhalten. Dies geht am einfachsten, indem Du Dir einen Gehaltsnachweis über die letzten Monate geben lässt. Anhand der Einkommensverhältnisse erhältst Du auch einen Hinweis darauf, ob sich der Interessent überhaupt die Miete leisten kann. Macht die Miete etwa die Hälfte des Haushaltsnettoeinkommens aus, ist Vorsicht geboten. Dann stellt die Miete einen zu hohen Anteil am Einkommen dar, weshalb es in Zukunft zu Zahlungsschwierigkeiten kommen könnte.

Schwieriger ist hingegen die Einschätzung bei Personen, die über ein unregelmäßiges Einkommen verfügen. Bei Selbstständigen oder Saisonarbeitern kann der letzte Kontoauszug Auskunft über die Vermögensverhältnisse liefern. Auch die Mieterselbstauskunft ist ein wichtiger Bestandteil, um die Zahlungsfähigkeit zu beurteilen.

Sei jedoch darauf gefasst, dass Mietnomaden solche Dokumente fälschen könnten. Prüfe daher sehr genau, ob es sich um echte Nachweise handelt oder diese selbst angefertigt wurden.

Vorherige Vermieter kontaktieren

Eine offensichtliche Möglichkeit besteht in dem Kontaktieren der vorherigen Vormieter. Der potenzielle Mieter sollte Nachweise über seine vorherige Wohnung erbringen, sodass Du persönlich mit einem Telefongespräch klären kannst, ob sich der Mieter als zuverlässig erwiesen hat.

Will der Interessent seine vorherige Anschrift nicht verraten, besteht Grund zum Misstrauen. Dann musst Du sehr genau prüfen, ob die Aussage plausibel ist. Bestehen Zweifel daran, dass der Mieter zuverlässig ist, solltest Du Dich lieber für einen anderen Kandidaten entscheiden.

Mietnomadenbanken

Die Gefahr von Mietnomaden hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass es immer mehr Angebote von Datenbanken gibt, auf denen diese Betrüger eingetragen werden. Die Abfrage der Daten ist mit Kosten zwischen 10 und 20 Euro verbunden. Die Nutzung solch einer Datenbank bewegt sich jedoch im illegalen Bereich. Dabei werden die geltenden Datenschutzrichtlinien verletzt, weshalb Vermieter lieber von der Nutzung solch einer Datenbank absehen sollten.

Ebenso bietet die Datenbank keine ausreichende Sicherheit. Denn nicht alle Mietnomaden sind darauf gelistet. Daher ist es besser, auf die vorher genannten Maßnahmen zurückzugreifen. Diese sollten ausreichend sein, um die Zahlungsbereitschaft des Interessenten einzuschätzen. Eine einfache Google-Suche kann ebenfalls helfen, um weitere Informationen zu sammeln.

Das kannst Du gegen Mietnomaden unternehmen

Der Rechtsweg ist zwar aufwändig und kostenintensiv, doch die einzige Möglichkeit Mietnomaden legal aus der Wohnung zu werfen

Haben sich die Mieter in der Wohnung eingefunden und wurde die erste Zahlung nicht oder nur verspätet gezahlt, ist es ratsam direkt darauf zu reagieren. Rechtlich ist der Vermieter auf der sicheren Seite, wenn zunächst eine Abmahnung ausgesprochen wird. Damit wird klar angezeigt, dass ein Fehlverhalten des Mieters vorliegt und dies im Wiederholungsfall zur Kündigung führt.

Ist die Zahlung auch im zweiten Monat verzögert oder nicht erfolgt, ist eine fristlose Kündigung zulässig. Von dieser lassen sich die meisten Mietnomaden jedoch nicht beeindrucken. Sie kennen den Ablauf und bleiben so lange in der Wohnung, bis sie geräumt werden.

Daher ist im Zuge der Kündigung auch die Räumungsklage einzureichen. Diese dauert meist mehrere Monate, bis die tatsächliche Räumung erfolgt. Teils sind auch Verläufe bis zu einem Jahr möglich, wenn die Gerichte überlastet sind oder die Urteile noch nicht rechtskräftig sind. Erst danach kann die Räumung vollstreckt werden. Der gesamte Prozess ist nicht nur langwierig, sondern mit hohen Kosten verbunden. Hierbei ist von Anfang an wichtig, dass die Kündigung von einem Anwalt begleitet wird, sodass eine Rechtssicherheit besteht.

Was kommt nach den Mietnomaden?

Sind die Mietnomaden nach mehreren Monaten aus der Wohnung entfernt worden, bietet sich meist kein schöner Anblick. Das Mobiliar ist beschädigt und der gesamte Wohnraum in einem renovierungsbedürftigem Zustand. Um das meist wertlose Mobiliar zu entfernen, ist eine Haushaltsauflösung notwendig. Danach ist die Wohnung zwar leer, doch es sind weitere Reinigungs- und Renovierungsarbeiten nötig.

Wurde die Wohnung wieder in einem einwandfreien Zustand gebracht, musst Du entscheiden, ob eine erneute Vermietung in Frage kommt. Als Alternative ist auch ein Verkauf denkbar, um das erneute Risiko von Mietnomaden betroffen zu sein, nicht einzugehen. Steht ein Verkauf im Raum, sollte auf eine neue Einrichtung im Bereich der Küche oder des Badezimmers verzichtet werden. Für die neuen Eigentümer ist es vorteilhaft, wenn diese eine freie Handhabe besitzen und selber die Wohnung gestalten können. Mit dem Verkauf vermeidest Du zukünftigen Stress, erhältst allerdings auch keine regelmäßigen Einnahmen.

Lohnt sich eine Mietnomadenversicherung?

Als weiteren Schutz gegen die entstandenen Schäden wird auch eine Mietnomadenversicherung angeboten. Diese Versicherung bietet eine Sicherheit gegenüber ausgefallenen Mieteinnahmen, Sachschäden sowie Rechtskosten. Dadurch bist Du rundum abgesichert, sollte es zu Problemen mit Mietnomaden kommen.

Im Regelfall ist das Risiko einen Mietnomaden in die eigene Wohnung aufzunehmen sehr gering. Gehst Du sorgfältig bei der Auswahl der Kandidaten vor, sollte es nicht zu solchen Zahlungsausfällen kommen. Daher lohnt sich die Versicherung nur, wenn Du damit besser schlafen kannst und den Stress vermeiden möchtest. Aus finanzieller Sicht mindert sie im Regelfall die Rendite und wird sich nicht rentieren.

Sei daher bei der Vermietung davor gewarnt, welche Mieter Du aufnimmst. Lasse Dich nicht vom ersten Eindruck täuschen, sondern prüfe ganz genau den Hintergrund und die Bonität. Dann wirst Du in Deutschland mit großer Sicherheit zuverlässige Mieter finden, die pünktlich zahlen.

Sebastian
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