Höchstrente – Welche Rente ist maximal möglich?

Der demografische Wandel geht an der umlagefinanzierten Rente in Deutschland nicht spurlos vorüber. Das Verhältnis aus Rentenempfängern und Arbeitnehmern verschiebt sich immer mehr in Richtung der Empfänger. Dies bedeutet eine höhere Belastung aller, die in die Rentenversicherung derzeit einzahlen.

Während einige Rentner von der Altersarmut[1] bedroht sind und einer gestiegenen Inflation gegenüberstehen, gibt es auch die andere Seite. Wer während des Arbeitslebens regelmäßig hohe Beträge einzahlte, hat einige Rentenpunkte angesammelt.

Sie können sich glücklich schätzen und erhalten eine Rente, die weit über dem Durchschnitt liegt. Möchtest Du erfahren, wie üppig die Höchstrente am Ende Deines Arbeitsleben aussehen könnte und was Du dafür leisten musst?

Dann erfahre im Folgenden, wie sich die Höhe der Rente zusammensetzt und Du als Rentner maximal abgesichert bist.

Wie setzt sich die Höhe der Rente zusammen?

Die Höhe der Rente basiert im Wesentlichen auf drei Faktoren.

Entgeltpunkte

Während Du Beiträge zur Rentenversicherung leistest, erhältst Du als Gegenwert Entgeltpunkte. Jeder Punkt geht mit einem Wert einher und stellt einen Rentenanspruch dar.

Rentenwert

Wie hoch der Wert eines Entgeltpunktes ist, hängt von der jeweiligen wirtschaftlichen Lage ab. Die Festsetzung erfolgt durch Verordnung der Bundesregierung und benötigt die Zustimmung des Bundesrates. Der Rentenwert ist eng an der Lohnentwicklung gekoppelt, sodass Rentner von einer wachsenden Wirtschaftskraft profitieren.

Für das Jahr 2021 beträgt der Rentenwert im Westen 34,19 Euro und 33,47 Euro im Osten. Wer also 30 Entgeltpunkte ansammeln konnte, erhält monatlich eine Rente von 30*34,19= 1025,7 Euro im Westen.

Zugangsfaktor

Des Weiteren ist auch ausschlaggebend, ob Du bereits früher in den Ruhestand möchtest oder bis zum Regeleintrittsalter wartest. Im Regelfall beträgt der Zugangsfaktor den Wert 1.

Nimmst Du die Rente etwa mit 63 Jahren in Anspruch, verringert sich der Zugangsfaktor und liegt unter dem Wert von 1. Wartest Du hingegen und nimmst die Rente nicht sofort in Anspruch, obwohl die Wartezeit erfüllt ist, erhöht sich der Zugangsfaktor.

Rentenformel

Aus diesen drei Faktoren ergibt sich die Rentenformel. Diese sieht im Allgemeinen wie folgt aus:

Für einen Arbeitnehmer, der 35 Entgeltpunkte ansammeln konnte und abschlagsfrei in die Rente geht, ergibt sich daraus die folgende Rentenhöhe:

35 x 1 x 34,19 = 1196,65 Euro.

Dabei ist zu beachten, dass das Renteneinkommen der Einkommensteuer unterliegt. Es ist also kein komplettes Nettoeinkommen, sondern es müssen kleinere Abzüge vorgenommen werden.

Maximale Anzahl der Entgeltpunkte

Möchtest Du die Höchstrente erreichen, ist dies nur möglich, wenn Du über 45 Jahre die Höchstgrenze an Entgeltpunkten erhältst und nicht frühzeitig den Rentenanspruch wahrnimmst. Die Anzahl der Entgeltpunkte richtet sich nach dem Durchschnittslohn. Verdienst Du genau so viel wie der Durchschnitt, erhältst Du einen Entgeltpunkt. Im Jahr 2021 war dafür ein Verdienst von 41.541 Euro notwendig. Lagst Du darunter, hast Du weniger als einen Entgeltpunkt erhalten.

Gehörst Du zu den Besserverdienern, kannst Du jedoch mehr Entgeltpunkte erhalten. Hierfür liegt eine Beitragsbemessungsgrenze bei etwa 85.200 Euro vor. Beträgt Dein Verdienst also 85.200 Euro im Jahr, hast Du dafür die maximale Anzahl von 2,05 Entgeltpunkten erhalten.

Hast Du es geschafft über das gesamte Arbeitsleben jeweils bis zur Beitragsbemessungsgrenze in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen, hättest Du nach 45 Beitragsjahren damit insgesamt 92,25 Entgeltpunkte auf dem Konto.

Ausgehend vom aktuellen Rentenwert ergibt sich eine Höchstrente von 3.154 Euro im Monat.

Die theoretische Höchstrente

Rein rechnerisch beträgt die Höchstrente in Deutschland im Jahr 2021 3.154 Euro im Monat. Dazu müsste 45 Jahre Dein Verdienst über der Beitragsbemessungsgrenze liegen.

Weniger Entgeltpunkte in der Vergangenheit

In der Realität sieht es jedoch so aus, dass die maximale Anzahl der Entgeltpunkte pro Jahr nicht immer bei 2,05 lag. Im Jahr 1947 konnten zum Beispiel nur maximal 1,47 Entgeltpunkte erworben werden. Dies hängt jeweils mit der Festlegung der Beitragsbemessungsgrenze und dem Abstand zum Durchschnittsgehalt zusammen. Da die Beitragsbemessungsgrenze in der Vergangenheit[2] näher am Durchschnittsgehalt lag, war es also selbst bei einem wesentlich höheren Verdienst gar nicht möglich, 2 Entgeltpunkte im Jahr zu sammeln.

Entwicklung des Verdiensts

Erschwerend kommt hinzu, dass die wenigsten Arbeitnehmer direkt zum Berufseinstieg einen so hohen Verdienst haben, dass Sie in die Nähe der Beitragsbemessungsgrenze gelangen. Erst im Laufe des Arbeitslebens steigt das Gehalt, sodass die meisten Arbeitnehmer nur im höheren Alter die maximale Anzahl an Entgeltpunkten im Jahr ansammeln.

Teilzeit und andere Beitragslücken

Zudem verläuft das Arbeitsleben selten so geradlinig, dass 45 Jahre eine Arbeitsbeschäftigung vorlag. Insbesondere Frauen haben in der Vergangenheit häufiger die Entscheidung getroffen, in Teilzeit zu arbeiten, um sich etwa um die Kinder oder den Haushalt zu kümmern. Dadurch ist eine Versorgungslücke[3] entstanden und die Rente fällt wesentlich geringer aus. Zwar hat der Gesetzgeber darauf reagiert und rechnet bestimmte Tätigkeiten ebenfalls an, dennoch sieht die Lebensrealität für die meisten Personen so aus, dass Sie keine Chance haben die Höchstrente zu erzielen.

Durchschnittliche Rente in Deutschland

Die Höchstrente mag für einen komfortablen Lebensabend ausreichen. Nach Abzug der Einkommensteuer erlaubt sie zwar keinen Luxus, doch eine finanzielle Absicherung ist gegeben. Zudem wächst die Rente mindestens um die Inflation, sodass die Altersvorsorge langfristig gesichert wäre.

Realistisch ist das Erreichen der Höchstrente jedoch nicht. Kaum jemand wird 45 Jahre einzahlen und die maximale Anzahl an Entgeltpunkte erreichen. In der Realität ergibt sich gerade einmal eine Durchschnittsrente von 1.178 Euro für Rentner und 768 Euro für Rentnerinnen.

Damit besteht eine große Versorgungslücke, die durch eine private Altersvorsorge geschlossen werden sollte. Hierzu bietet es sich an frühzeitig verschiedene Maßnahmen zu treffen und nicht ausschließlich auf die gesetzliche Rentenversicherung zu setzen. Investiere frühzeitig in ETFs und prüfe, ob Immobilien als Altersvorsorge für Dich infrage kommen. Dann bist Du weniger abhängig von der Rentenkasse und musst Dir keine Sorgen darüber machen, ob Du jemals die Höchstrente erreichen wirst.

Gut versorgt im Rentenalter

Schaffst Du es über einen langen Zeitraum von 45 Jahre weit über dem Durchschnitt zu verdienen, ist die Höchstrente ein ansehnlicher Betrag. Dieser reicht zum Leben und finanzielle Sorgen treten in den Hintergrund.

Die Lebenswirklichkeit sieht jedoch anders aus und eine durchschnittliche Rente von etwas mehr als 1.000 Euro bedeutet, dass Du Deinen Lebensstandard deutlich einschränken musst. Damit dies bei Dir nicht der Fall ist, solltest Du die gesetzliche Rentenversicherung nur als eine Säule betrachten. Spare nebenbei und investiere in ETFs oder Immobilien, damit Deine Altersvorsorge nicht ausschließlich von der staatlichen Rente abhängt.

Sebastian
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