ETFs – Vorteile dieser Anlageform

Das Geld einfach nur unter dem Kopfkissen zu lagern, ist keine Option. Selbst Anlagen auf dem Girokonto oder dem Tagesgeldkonto gehen mit einem Wertverlust einher, da die Rendite niedriger ist als die Inflation.

Als Alternative ist daher die Anlage in ETFs beliebt. Was ist ein ETF und weshalb gewinnen diese kontinuierlich an Popularität?

Merkmale eines ETFs

ETF ist die Abkürzung für „exchange-traded fund“. Dies bedeutet, dass Du in einen börsengehandelten Fonds investierst. Dieser ist für alle Anleger offen und Du kannst beispielsweise jeden Monat über einen Sparplan einen gewissen Betrag dort investieren.

An der Börse gibt es einige unterschiedliche Fonds, die Du besparen kannst. Der ETF ist die günstigste Variante. Denn anders als bei einem aktiven Fonds übernimmt hierbei nicht ein teurer Fondsmanager die Auswahl der einzelnen Wertpapiere und Positionen. Vielmehr bildet der ETF automatisiert einen Index ab oder orientiert sich an der Entwicklung daran.

So ist es möglich, dass ein ETF etwa sich auf bestimmte Regionen oder Branchen spezialisiert. Nach Grundlage dieser Fokussierung investiert der ETF in die passenden Wertpapiere.

Entscheidest Du Dich für einen Welt-ETF, investierst Du über diesen Fonds in mehrere hundert oder gar tausend Unternehmen. Die weltweiten Investitionen sorgen für eine breite Diversifikation und Du musst keine schweren Entscheidungen treffen, in welche Einzelaktien Du investieren möchtest.

Der ETF ist insbesondere für Privatanleger eine interessante Option, die eine möglichst hohe Rendite zu einem geringen Risiko erhalten möchten, ohne dafür gleich ein Finanzstudium absolvieren zu müssen. Welche weiteren Vorteile sind mit dem ETF verbunden?

Geringe Kosten

Bei einem Gespräch mit Deinem Bankberater wird dieser Dir zu aktiv gemanagte Fonds raten. Es scheint naheliegend, dass sich ein Profi um Deine Investition kümmert. Mit den richtigen Entscheidungen und der passenden Auswahl an Aktien, könnte dieser eine höhere Rendite erzielen.

In der Praxis zeigt sich jedoch, dass aktive Fonds im Durchschnitt nicht besser abschneiden, als passive ETFs. Es ist also selbst für „Finanzexperten“ kaum möglich, die Marktentwicklung auf lange Sicht zu schlagen. Noch dazu kassieren der Bankberater, die Bank sowie der Manager einen beträchtlichen Anteil an Deiner Einzahlungssumme. Dies schmälert Deine Rendite umso mehr.

Anders sieht dies hingegen beim ETF aus. Dort gibt es keinen aktiven Manager, sondern alles läuft selbstständig ab. Die Kosten eines ETFs werden in TER (Total Expense Ratio) angegeben. Damit ist die Gesamtkostenquote gemeint.

Bei einem aktiven Fonds liegt diese in einem Bereich von 1,5 bis 2 Prozent. Demgegenüber sind ETFs wesentlich günstiger. Dort liegt die TER bei maximal 0,8 Prozent des Fondsvermögens. Üblich ist bei den meisten ETFs eine Gesamtkostenquote von weniger als 0,5 Prozent.

Ein weiterer Unterschied besteht zudem im Ausgabeaufschlag. Dieser ist fällig, wenn Du einen aktiven Fonds kaufst. Bei ETFs ist dies jedoch unüblich. Hier kommen nur die Transaktionskosten auf Dich zu.

Die Kosten für den Kauf eines ETFs sind abhängig von Deinem Broker. Im günstigsten Fall können dies pauschale 0,50€, unabhängig von der Sparsumme, sein. Wählst Du bewusst einen kosteneffizienten Broker, liegen die Kosten im Bereich zwischen ein bis zwei Euro. Damit fallen diese kaum ins Gewicht, wenn Du monatlich Deinen Sparplan ausführst.

Ein ETF ist die günstigste Variante, um breitgefächert in Aktien zu investieren. Es gibt keine teuren Manager, deren Leistung ohnehin nicht überzeugend sind. Kümmerst Du Dich selbst um die Anlage, musst Du keine Provision an die Bank bezahlen und die Kosten für die Ausführung des Sparplans liegen im Bereich weniger Euro.

Somit streichst Du die Rendite größtenteils selbst ein, ohne diese direkt für die Kosten aufwenden zu müssen. ETFs sind daher auch für Kleinanleger eine gute Wahl.

Rendite

Für Deine Geldanlage erwartest Du eine möglichst hohe Rendite. Versprechen, dass Du ohne Risiko jedes Jahr Renditen im zweistelligen Prozentbereich einfährst, sind unseriös. Mit der Investition in Aktien kannst Du Glück haben, aber ebenso besteht die Gefahr eines Verlustes.

Beim ETF zeigt die Vergangenheit, dass langfristige Renditen zwischen 5 und 7 Prozent realistisch sind. Abhängig ist von der Art des ETFs und dem betrachteten Zeitraum.

Entscheidest Du Dich für die Investition in einen kleineren Nischenmarkt, wie etwa dem DAX, sind geringere Renditen zu erwarten. Höher ist die Gewinnerwartung hingegen, wenn Du Dich auf die USA oder den Weltmarkt fokussierst. Dort profitierst Du von den aufstrebenden Entwicklungen der Entwicklungsländer, sowie dem hohen Technologieanteil in den USA.

Zu unterscheiden ist, wie Du die Rendite erhältst. Hier hast Du die Auswahl zwischen ausschüttenden und thesaurierenden ETFs. Bei den ausschüttenden Varianten erhältst Du die Dividende direkt auf Dein Verrechnungskonto. Bei thesaurierenden ETFs, wird die Dividende direkt in den Fonds reinvestiert.

Du hast also die Wahl, ob Du jeweils einen kleinen Geldbetrag von Deiner Investition zur freien Verfügung erhalten oder lieber vom Zinseszins profitieren möchtest. Als kleiner Motivator ist es sicherlich hilfreich eine regelmäßige Ausschüttung zu erhalten. Für eine maximale Rendite ist hingegen die thesaurierende Variante die bessere Option.

Breite Diversifikation

Du bist am Börsengeschehen interessiert, hast Dir Wissen angeeignet und möchtest nun selbst in Aktien investieren. Zum langfristigen und stabilen Vermögensaufbau ist dies selten eine gewinnbringende Idee.

Das Problem ist hierbei, dass Du nur in einzelne wenige Unternehmen investiert bist. Dir gelingt es vielleicht noch über ein Dutzend Aktien den Überblick zu behalten. Bei einer größeren Auswahl fiele dies jedoch schwerer, sodass auch die Rendite darunter leidet.

In diesem Fall wird von einem hohen Klumpenrisiko gesprochen. Deine Vermögensentwicklung ist enorm abhängig von einzelnen Unternehmen. Performen diese unterdurchschnittlich, hindert dies Deinen Vermögensaufbau.

Zudem sind starke Schwankungen möglich. Die Märkte reagieren auf einzelne Meldungen und so sind Kursveränderungen von mehr als 10% am Tag zu erwarten. Diese Auf- und Abbewegungen sind häufig mit einem persönlichen Stress verbunden.

Wesentlich entspannter ist die Geldanlage in ETFs. Diese Investmentfonds sind in hunderte oder sogar mehr als tausend Unternehmen investiert. Die Vorteile ergeben sich aus dem großen Fondsvermögen, über welche Privatanleger nicht verfügen.

Da die ETFs breit gestreut sind, ist die Entwicklung eines einzelnen Unternehmens wenig bedeutsam. Vielmehr geht es darum, den gesamten Markt abzubilden. Die Schwankungen sind geringer und die Renditeerwartung weniger risikoreich.

Natürlich kann es passieren, dass der ETF über mehrere Jahre hinter der Gewinnerwartung liegt. Etwa, wenn eine Wirtschaftskrise das Wachstum hemmt. In der langen Frist profitierst Du von der hohen Streuung, da Du in diesem Fall auch kräftig vom Aufschwung profitierst und die Vorteile mitnimmst. Ein Totalausfall ist zudem nicht zu erwarten, sodass der ETF für Anleger interessant ist, die Geld für das Alter zurücklegen möchten.

Einfache Auszahlung

Du benötigst kurzfristig Geld und hältst daher immer einen Notgroschen vor? Sicherlich ist es sinnvoll etwas Geld zur Seite zu legen, um etwa die Reparatur am Fahrzeug durchführen zu können oder die Waschmaschine zu ersetzen.

Das Geld erhältst Du bei ETFs aber ebenso relativ kurzfristig. Je nach Broker wird das Geld nach dem Verkauf der Anteile bereits innerhalb weniger Stunden gutgeschrieben. Die ETFs werden an der Börse gehandelt, sodass sich dafür in einem kurzen Zeitabstand ein Käufer findet.

Der gesamte Handel lässt sich zudem beim Broker online abwickeln. Nutze hierfür das Internet-Banking und verkaufe mit wenigen Klicks die Anteile. Es ist nicht notwendig in eine Filiale zu gehen und dort mit dem Berater den persönlichen Kontakt zu suchen.

Anders sieht es bei herkömmlichen Investmentfonds aus. Diese werden nicht an der Börse gehandelt, sodass in der Regel einige Tage vergehen, bis Dir das Geld zur Verfügung steht. Für einen kurzfristigen Bedarf könnte dies bereits zu lange sein, sodass ETFs hier eindeutig im Vorteil sind.

Für Privatanleger optimal

In Deutschland hält sich leider hartnäckig der Gedanke, dass das Investieren an der Börse entweder was für Zocker oder eine reiche Zielgruppe wäre. Innerhalb der letzten Jahre hat zwar ein Umdenken stattgefunden, doch die Vorurteile sind häufig noch in den Köpfen verankert. Dabei ist der ETF gerade bei Privatanlegern beliebt und ein günstiges Mittel, um langfristig das Vermögen zu mehren.

Dass nur wohlhabende Personen von der Investition profitieren würden, ist bei ETFs nicht gegeben. Einen ETF Sparplan kannst Du bereits zu Kosten von 0,50€ pro Ausführung anlegen. Damit lohnt es sich auch geringe Summen von vielleicht 50€ pro Monat zu besparen. Je früher Du damit anfängst, desto eher profitierst Du vom Zinseszinseffekt. Auf diese Weise erhältst Du auch mit relativ geringen Beträgen ein ausreichendes Polster, um der Altersarmut zu entgehen.

Der Aufwand für das Einrichten und Verwalten des ETF Sparplans sind verschwindend gering. Du kannst diesen entweder bei Deiner üblichen Bank besparen oder einen neuen Broker wählen.

Empfehlenswert ist vor dem Anlegen der Vergleich der Broker. Prüfe, ob diese Deinen gewünschten ETF im Angebot haben und wie hoch die Kosten sind. Danach ist meist eine Online-Registrierung notwendig, bei welcher Du Deine Identität mittels eines Ausweisdokumentes nachweist. Dieser Vorgang dauert nur wenige Minuten. Innerhalb weniger Tage ist der gesamte Registrierungsvorgang als Neukunde abgeschlossen, sodass Du mit dem Investieren beginnen kannst.

Das Einrichten des ETF Sparplans geht ebenso leicht von der Hand. Du wählst den entsprechenden ETF aus, legst die Investitionssumme und das Zeitintervall sowie den Zeitpunkt fest. Einmal den Vorgang abgeschlossen, läuft der Sparplan komplett automatisch. Richte einen Dauerauftrag ein, damit im Verrechnungskonto die Anlagesumme hinterlegt ist und Du musst Dich um nichts Weiteres kümmern.

So vermehrt sich das Vermögen der Anleger komplett im Hintergrund, ohne sich aktiv mit dem Börsengeschehen auseinandersetzen zu müssen. Im Gegensatz zum aktiven Investieren ist der Zeitaufwand verschwindend gering und ein hohes Fachwissen ist nicht notwendig.

Transparenz

Ein ETF versucht in der Regel einen entsprechenden Index nachzubilden. Er kauft hierzu die Wertpapiere im Verhältnis der Marktkapitalisierung.

Aktiv gemanagte Fonds geben nur selten Auskunft darüber, wie dieser aufgebaut und welche Anteile vorhanden sind. Anleger erhalten vielleicht jährliche Informationen zur Zusammensetzung, haben aber keinen Einblick darüber, welche Wertpapiere gerade gehandelt werden.

Anders sieht dies bei ETFs aus, die sich auf einen bestimmten Index stützen. Möchtest Du erfahren, weshalb Dein ETF gerade gut performt, reicht ein Blick an die Börse. Welche Aktie ist gerade im Aufwind und sorgt für die Kursentwicklung?

Du kannst leichter nachvollziehen, welche Branche oder Markt die Entwicklung des ETFs beeinflusst. Die genaue Aufschlüsselung des ETFs ist bei einem Weltportfolio zwar wenig übersichtlich, doch sind die meisten Informationen öffentlich zugänglich. Somit bist Du nicht vom Investmentfonds und dessen Manager abhängig, welche hinter verschlossenen Türe den Handel durchführen.

Sicherheit

Liegt Dein gesamtes Vermögen auf dem Konto Deiner Bank, könnte dies mit einer größeren Unsicherheit einhergehen. Der Einlagensicherungsfonds schützt Deine Geldanlage bis zu einem Betrag von 100.000€. Geht die Bank in Insolvenz und hat Deine Einlage diesen Wert überschritten, besteht die Gefahr, dass ein Verlust eintritt.

Rechtlich sind ETFs anders geregelt. ETFs gehören zum Sondervermögen und sind kein Bestandteil des Eigenkapitals. Sollte der Broker, bei welchem Du den ETF kaufst, eine Insolvenz anmelden, ist Deine Anlage davon nicht betroffen. Diese ist rechtlich getrennt vom Vermögen zu betrachten und wird lediglich verwaltet.

Im Falle der Insolvenz des Brokers ziehst Du Deinen ETF komplett zu einem anderen Anbieter um. Dieser übernimmt dann die Verwaltung, ohne dass dafür zusätzliche Kosten entstehen. Du musst allerdings einen neuen Sparplan einrichten und je nach Anbieter sind die Gebühren dafür höher.

Die Gefahr, dass Du im Falle einer Insolvenz nicht mehr an Deine Anlage gelangst, ist nicht gegeben. Somit ist der ETF wesentlich sicherer als die Einlage auf dem Girokonto einer Bank.

Solange Du Dich an die großen ETF Anbieter hältst und dort Dein Geld investierst, hast Du die größtmögliche Sicherheit. Die Gefahr, dass der ETF an sich insolvent sein könnte, ist aufgrund der hohen Streuung nicht gegeben. Einer der ETF Vorteile ist, dass Du möglichst breit aufgestellt bist, wodurch solch ein Verlust ausgeschlossen ist.

Die ETF Vorteile für Anleger

ETFs gelten für Anleger als eines der wichtigsten Instrumente, um das Vermögen zu schützen und langfristig aufzubauen. In Zeiten der Niedrigzinsen ist es wenig lohnenswert, das Geld auf dem Sparkonto zu belassen. Aufgrund der Inflation verliert die Einlage an Wert, sodass alternative Anlagemöglichkeiten zum Vermögensaufbau notwendig sind.

Für Privatanleger ist es sinnvoll sich ein ETF Portfolio einzurichten. Mit diesen Indexfonds beteiligst Du Dich an einer Vielzahl von Unternehmen und reduzierst das Risiko. Es ist kein ausführliches Fachwissen notwendig und die Verwaltung läuft praktisch von allein.

Dies erlaubt eine effiziente Kostenstruktur, ohne dass ein Manager oder aufgeblähter Verwaltungsapparat die Rendite schmälern. Es lohnt sich bereits 50€ im Monat zu investieren und auf diese Weise von den Vorteilen zu profitieren.

Fairerweise sind ETFs auch mit Nachteilen verbunden. Diese fallen aber insbesondere für Privatanleger, die eine sichere Investitionsmöglichkeit mit möglichst geringem Aufwand suchen, kaum ins Gewicht. Verschaffe Dir einen Überblick über die einzelnen Broker und lege Deinen Sparplan so schnell wie möglich an, um die positive Wertentwicklung mitzunehmen.

Sebastian
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