ETF-Kosten – Wie teuer ist die Anlage?

Ein ETF (Exchange Traded Fund) zeichnet sich dadurch aus, dass er an der Börse gehandelt wird und einen Index abbildet. Dadurch erzielt er eine effiziente Kostenstruktur und kommt ohne einen aktiven Manager aus. Damit fallen üppige Provisionen, sowie ein aufgeblähter Verwaltungsapparat weg.

Möchtest Du selbst Dein Vermögen aufbauen, sind die Kosten des jeweiligen Finanzprodukts bedeutsam. Denn diese beeinflussen direkt die Rendite und wie schnell Dein Vermögensaufbau gelingt.

Während aktiv gemanagte Fonds meist mit Kosten von über 2% pro Jahr einhergehen, liegen diese bei passiven ETFs in einem Bereich von weniger als 0,5%. Damit ist die TER (Total Expense Ratio) gemeint, welche die Gesamtkostenquote für die Verwaltung des Fonds widerspiegelt.

Welche Kosten kommen auf Dich zu, wenn Du in einen ETF investierst und wie findest Du die günstigsten Anlagemöglichkeiten?

Die Total Expense Ratio des ETFs

Ein ETF zeichnet sich durch geringere laufende Kosten aus. Obwohl die Verwaltung weitestgehend automatisiert abläuft und der Fonds nur einen Index nachbildet, fallen noch wenige Betriebskosten an. Wofür werden diese aufgewendet und wie hoch sind diese?

Der passive Managementstil bedeutet nicht, dass keinerlei menschliche Kontrolle geschieht oder dass die komplette Arbeit automatisiert ist. Im Hintergrund fallen ständige Prüfungen und Revisionen an, die anzeigen, ob der ETF, die gewünschten Eigenschaften erfüllt. Unter anderem zählt dazu das Erfüllen sämtlicher rechtlicher Grundlagen, die mit einem hohen Aufwand einhergehen.

Der ETF bildet einen bestimmten Index ab. Dies erlaubt eine hohe Transparenz und ermöglicht Anlegern in eine Vielzahl von Unternehmen zu investieren. Zur Abbildung des Index muss der ETF Anbieter eine Lizenzgebühr entrichten. Einfach die entsprechenden Aktien zu kaufen und diese gebündelt als Fonds anzubieten, ist demnach nicht erlaubt.

Für den Kauf und die Aufbewahrung der einzelnen Wertpapiere fallen Depotkosten an. Diese werden zur TER hinzugerechnet.

Damit der Fonds Abnehmer findet, betreiben die Anbieter ein Vertriebsnetz und Marketing. Dadurch können Sie Interessenten vom Kauf überzeugen und die Fonds sind für Privatkunden zugänglich.

Die Gesamtkosten des ETFs setzen sich demnach wie folgt zusammen:

Verwaltungsgebühren
Lizenzgebühren
Depotgebühren
Vertriebskosten

Die TER wird in Prozentzahl des Fondsvermögens angegeben. Konkret bedeutet dies, dass täglich die Kosten vom Fondsvermögen abgezogen werden. Der beliebte A1JX52[1] besitzt eine TER von 0,22%. Täglich verringern die Kosten das Gesamtvermögen um (1/365)*0,0022*Fondsvermögen ~ 49.700 €. Bei einer durchschnittlichen Rendite von mehr als 5% pro Jahr lassen sich die Kosten aber gut bedienen und fallen bei einem ETF weniger ins Gewicht.

Demgegenüber schmälern die TER bei einem aktiv gemanagten Fonds die Gewinne deutlich. Diese liegen häufig bei über 2% und beinhalten die Gehaltskosten, Ausgabeaufschläge sowie Provisionen für die Banken.

Tracking Differenz

Die TER ist nur die halbe Wahrheit, wenn es um die ETF Kosten geht. Diese beinhaltet alle Kosten und Gebühren, die intern anfallen. Außerhalb des ETFs fallen weitere Kosten an, die sich auf die Rendite niederschlagen, aber nicht in der TER gelistet sind.

Dies wird als Tracking Differenz bezeichnet. Da der ETF einen bestimmten Index nachbildet[2], lässt sich deutlich die Gewinnentwicklung nachvollziehen. Hat der Index im Jahr 7% an Wert zugelegt, der ETF aber nur um 6%, liegt eine Tracking Differenz von 1 Prozentpunkt vor.

Die Ursachen für die Abweichen der ETF-Entwicklung und des Index sind vielfältig. Hierzu sind die folgenden Gründe üblich.

Währungsdifferenzen

Bei einem international tätigen Fonds sind die einzelnen Wertpapiere möglicherweise in unterschiedlichen Währungen vorhanden. Die Währungsschwankungen können zu einer Abweichung mit dem Index führen.

Zusätzliche Erträge

ETFs erzielen nicht nur Gewinne mit den investierten Wertpapieren durch Kursgewinne oder Dividenden. Sie haben auch die Möglichkeit die Wertpapiere zeitweise zu verleihen. Dies ist beispielsweise für Shortseller interessant, die auf fallende Kurse spekulieren.

Du brauchst aber keine Angst haben, dass der ETF sämtliche Positionen verliehen hat. Diese Praxis unterliegt strengen regulatorischen Auflagen und ist nur für einen geringen Anteil zulässig.

Steueroptimierung

Im Gegensatz zu den Unternehmen des abgebildeten Index, ist es für den Fonds simpler die Steuern zu optimieren. Hierfür wählen diese ein Fondsdomizil, welches eine niedrige Besteuerung der Wertpapiere besitzt. Wichtig ist hierbei das Beachten der einzelnen Doppelbesteuerungsabkommen.

Abbildungsungenauigkeit

Letztlich kann die Tracking Differenz auch dadurch zustande kommen, dass der Index nicht wie gewünscht nachgebildet wurde. Die einzelnen Positionen entsprechen nicht genau dem Index, weshalb eine Über- oder Unterperformance möglich ist.

Auch eine interne Umschichtung kann dazu führen, dass der ETF kurzzeitig den Index nicht mehr genau abbildet.

Bedeutung der Tracking Differenz

Für eine langfristig sichere Anlage ist es von Vorteil, in einen ETF mit möglichst geringer Tracking Differenz zu investieren. Dann bist Du Dir sicher, die größtmögliche Rendite des Index mitzunehmen.

Bei der Auswahl des ETF ist daher nicht nur die TER entscheidend. Auch die Tracking Differenz musst Du berücksichtigen, um daraus die langfristige Rendite abschätzen zu können.

Sparplan Kosten

ETFs lassen sich am besten mit einem regelmäßigen Sparplan kaufen. Mithilfe der Sparpläne investierst Du jeden Monat automatisch einen Teil Deines Gehaltseinganges. Dies ist nicht nur günstiger, sondern zwingt Dich förmlich zum Sparen. Du musst nicht persönlich die Transaktion in Auftrag geben, sondern alles wird automatisch abgewickelt, sodass keine Möglichkeit besteht, die Geldanlage aufzuschieben.

Für das Kaufen des ETFs fallen Gebühren an. Diese Transaktionskosten sind abhängig vom Broker, für den Du Dich entschieden hast. Hier hilft eine genaue Auswahl der ETF Anbieter, um den günstigsten Broker für Dich zu finden.

Neo-Broker[3], also relativ junge Anbieter, sind in der Regel günstiger. Diese verzichten auf Filialen und führen die Geschäfte komplett online durch. Zudem bieten Sie meist ein bedienerfreundliches Online-Banking.

Dort liegen die Gebühren in einem Rahmen von 0,50€ bis 2€ pro Ausführung der Sparpläne. Damit lohnt sich auch die Investition eines geringen Betrags pro Monat.

Neben der Pauschale gibt es auch Modelle, die abhängig von der Investitionssumme sind. Dies ist bei einem Sparplan seltener der Fall und trifft auf den Einmalkauf des ETF zu. Bei großen Investitionssummen fallen daher höhere Kosten an.

Um diese zu umgehen, ist es ratsam einen Sparplan mit einer der entsprechenden Kaufsumme anzulegen. Damit bezahlst Du die geringe Pauschale und kannst problemlos vierstellige Summen in den Indexfonds investieren.

Entscheidest Du Dich lieber Deinen ETF bei einer „klassischen“ Bank zu besparen, sind die Gebühren meist höher. Dafür könnte die persönliche Beratung für Dich einen höheren Stellenwert besitzen.

Im Allgemeinen sind die Zugangshürden für ETFs aber denkbar gering. Du meldest Dich auf der Internetseite des gewünschten ETF Anbieters an. Nach Abschluss der Registrierung erstellst Du die ETF Sparpläne und mit möglichst geringen Transaktionskosten erwirbst Du den ETF.

Achte zudem auf mögliche Aktionen und Angebote. Teilweise werden ETFs bestimmter Anbieter zu geringeren Gebühren angeboten, sodass sich hier der Vergleich in jedem Fall lohnt.

Steuern

Mit dem ETF Sparplan verfolgst Du das Ziel langfristig ein höheres Vermögen aufzubauen. Sei es, weil Du früher in Rente, Dich vor einem Arbeitsplatzverlust oder einer Altersarmut absichern möchtest.

Daher kommt irgendwann der Moment, wo Du die Lorbeeren erntest und Geld aus dem ETF entnimmst. Dies kann entweder durch den Verkauf der ETF Anteile oder durch die Dividende geschehen.

Diese Einnahmen unterliegen in Deutschland der Kapitalertragssteuer. Diese liegt pauschal bei 25% der Höhe des Gewinns.

Häufig verwechselt wird dies damit, dass die gesamten Einnahmen mit 25% versteuert werden. Dies betrifft jedoch nur die Differenz aus Einkaufswert und Verkaufswert. Beim Verkauf der ETF Anteile ist ausschließlich der Kursgewinn zu versteuern. Die Dividende unterliegt im Ganzen der Kapitalertragssteuer.

Zudem gibt es noch das Instrument der Günstigerprüfung. Entnimmst Du etwa das Geld im Alter, sind die sonstigen Einnahmen möglicherweise sehr gering. Ist der Versteuern der Kapitalerträge über die persönliche Einkommensteuer günstiger als mit der pauschalen Abgeltungssteuer, bezahlst Du weniger als die angegebenen 25%. Dies ist insbesondere für Personen interessant, die im Alter nur ein geringes Einkommen besitzen.

Die ETF Kosten aufgeschlüsselt

Allgemein wird angenommen, dass das Investieren mit hohen Kosten und einem großen Fachwissen lohnenswert sei. So würde sich das Anlegen nur für wohlhabende Experten auszahlen.

Diese Vorurteile sind lange widerlegt. Die Anlage in Indexfonds ist dank der geringen ETF Kosten praktisch für Jedermann möglich. Die Kosten auf Seiten des passiven ETFs liegen in einem Bereich von weniger als 0,5%. Eine maximal effiziente Kostenstruktur und ein schmaler Verwaltungsapparat führen zu dieser minimalen Gesamtkostenquote.

Für die Durchführung der ETF Sparpläne sind die Transaktionskosten beim Broker ebenfalls denkbar gering. Dank dieser geringen Kosten ist es auch mit einem geringen Sparbetrag möglich einen ETF Sparplan auszuführen und langfristig das Geld in Indexfonds anzulegen.

Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
Sebastian Jacobitz (M.Sc.)
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