Diversifikation bei Aktien – Wie sicherst Du Dein Portfolio?

Setzt Du bei Deiner Altersvorsorge oder dem Investieren alles auf eine Karte, um möglichst schnell ein hohes Vermögen anzuhäufen?

Dies wäre unvernünftig und geht schneller mit dem Totalverlust einher, als Du den Profit mitnehmen kannst. All Dein Geld nur eine Aktie zu investieren bedeutet, dass eine hohe Abhängigkeit und Risiko von der Performance des einen Unternehmen besteht.

Vernünftiger ist es, das Risiko zu streuen. Anstatt nur eine Aktive im Portfolio zu haben, solltest Du eine Vielzahl von Aktien wählen, um die Last auf mehrere Schultern zu verteilen.

Worauf ist bei der Diversifikation bei Aktien zu achten und welche Vorteile bietet diese?

Diversifikation

Für eine langfristige Anlagestrategie ist es sinnvoll, das Risiko zu streuen[1]. Legst Du all Dein Geld in eine Aktie an, besteht die Gefahr, dass durch eine Insolvenz und einem starken Absturz der Aktie Dein gesamtes Investitionskapital an Wert verliert. Im Extremfall sind die Aktien wertlos und Du hast Dein gesamtes Geld verloren.

Um diesen Absturz zu vermeiden, ist es sinnvoll das Vermögen auf verschiedene Anlageklassen und Aktien zu streuen. Somit besteht eine geringere Abhängigkeit von einem einzigen Unternehmen, der Branche oder dem Land.

Die Diversifikation beschreibt, dass Du mit einer optimalen Vermögensverteilung Dich vor starken Schwankungen schützt und die Rendite sich dem Erwartungswert nähert. Während bei einem Unternehmen starke Kursgewinne oder Abstürze vorkommen können, ist dies zum Beispiel auf den betrachteten Index seltener der Fall. Einzelaktien sind deutlich volatiler[2] und stärkeren Kursveränderungen unterlegen.

Weshalb ist die Diversifikation bei Aktien eine gute Idee?

Die Investition in Aktien ist mit dem Wunsch verbunden eine möglichst hohe Rendite zu einem geringen Risiko zu erwirtschaften. Setzt Du alles auf eine Aktie, sind zwar hohe Gewinne möglich, aber das Risiko ist ungleich höher. Es besteht die Gefahr, dass mit einer Insolvenz Dein gesamtes Erspartes sich in Luft auflöst. Vor diesen Pleiten sind selbst Großunternehmen nicht geschützt und starke Verluste schlagen sich 1:1 in Deinem Vermögen nieder.

Abhängigkeit Unternehmen
Setzt Du nur auf ein Unternehmen sind die Schwankungen stark ausgeprägt und ein hoher Verlust könnte eintreten

Die Diversifikation der Aktien ist wie eine Versicherung gegen einen kompletten Verlust Deines investierten Kapitals. Dies ist umso wichtiger, je höher der Anteil Deines investierten Vermögens ist. Möchtest Du nur einen geringen Teil Deines Geldes in Aktien investieren, ist eine Diversifikation weniger bedeutsam. Einen Verlust könntest Du gut verkraften und Dein Notgroschen sowie das Sparguthaben sind groß genug, damit Du Dir keine Sorgen machen musst.

Für die Altersvorsorge ist es jedoch sinnvoll, einen möglichst großen Teil Deines Vermögens zu investieren, um von der Rendite und dem Zinseszinseffekt zu profitieren. Durch eine möglichst breite Lagerung des Risikos ist der Vermögensaufbau planbarer und geringeren Schwankungen ausgesetzt.

Wie verändert sich die Rendite?

Der Sinn hinter der Diversifikation ist nicht, dass Du eine höhere Rendite erzielst. Die Idee ist lediglich, dass Du Dich vor der Volatilität absicherst und die Rendite dem Erwartungswert näherkommt.

Diversifikation im Roulette

Vergleichbar ist dies mit dem Roulettespiel im Casino. Der Erwartungswert[3] ist für den Spieler immer negativ. Durch die Einführung der Null ist das Casino im Vorteil. Im Durchschnitt verliert jeder Spieler eine geringe Summe, weshalb das Casinospiel nicht lohnenswert ist.

Durch verschiedene Setzweisen wird jedoch eine höhere Abweichung vom Erwartungswert erzielt. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn das gesamte Vermögen nur auf eine einzige Zahl gesetzt wird. Bei einem Wurf bestehen dann nur die Ausgänge eines hohen Gewinns oder eines Totalverlustes.

Anders wäre dies, falls nur geringe Summen auf jeweils eine Farbe gesetzt werden. Dann halten sich Verlust sowie Gewinn in Grenzen. In jedem Fall ist der Erwartungswert allerdings negativ und durchschnittlich ein Verlust realisiert.

Rendite für Dein Aktienportfolio

Ähnlich sieht dies auch bei Deinem Aktienportfolio aus. Setzt Du alles auf eine Aktie, ist der mögliche Gewinn relativ hoch. Es besteht aber gleichzeitig die Gefahr alles zu verlieren. Starke Schwankungen musst Du hinnehmen und die Investition steht auf unsicheren Beinen.

Je höher die Anzahl der verschiedenen Aktien, desto niedriger wird die maximale Rendite ausfallen. Gleichzeitig ist aber auch der Maximalverlust begrenzt, sodass die Schwankungen abnehmen. Insgesamt erreichst Du eine höhere Sicherheit und die Rendite ist besser planbar.

Abhängig von der Art der Diversifikation spiegelt Dein Portfolio eher die Marktentwicklung oder die wirtschaftliche Entwicklung des Landes wider. Somit bringt Dir die Diversifikation[4] eine höhere Sicherheit beim Erzielen der Rendite. Die maximalen Schwankungen sinken, sodass der Höchstgewinn, aber auch Verlust, beschränkt sind.

Wie viele Aktien sollte Dein Portfolio besitzen?

Sich breiter aufzustellen und die Aktien zu diversifizieren ist, insbesondere für das Ziel des langfristigen Vermögensaufbaus, sinnvoll. Du musst selber entscheiden, wie viele unterschiedliche Aktien Du in Deinem Portfolio halten möchtest. Die folgenden Faktoren geben Dir Aufschluss darüber, welche Aufteilung für Dich angeraten ist.

Investitionsvolumen

Investierst Du nur einen geringen Betrag Deines Vermögens in Aktien oder möchtest Du einen wesentlichen Teil anlegen?

Je größer die Investitionssumme, desto breiter solltest Du Dich aufstellen. Verlierst Du nur eine kleine „Zockersumme“, mag dies zwar für einen kurzen Moment wehtun, schadet aber Deinem Vermögensaufbau kaum. Investierst Du jedoch einen größeren Teil Deines Vermögens, könnte ein Verlust Deine Altersvorsorge oder den Vermögensaufbau ins Wanken bringen. Je mehr Geld Du investierst und je schwerwiegender die Verluste bei Schwankungen sind, desto mehr Diversifikation ist für Dein Aktienportfolio angebracht.

Anlagehorizont

Besteht das Ziel der Anlage darin nur kurzfristig einen Gewinn einzufahren oder planst Du langfristig?

Möchtest Du in kurzer Zeit eine möglichst hohe Rendite erzielen, gelingt dies besser mit wenigen Aktien. Allerdings ist auch hier wieder der Verlust zu berücksichtigen. Daher solltest Du bei einem kurzen Anlagehorizont die Investitionssumme lieber reduzieren, um einen Totalverlust zu vermeiden.

Besteht das Ziel darin langfristig ein Vermögen für die Altersvorsorge aufzubauen, ist eine breite Diversifikation sinnvoll. Dann bestehen geringere Schwankungen und über den längeren Zeitraum erzielst Du Deine erwarteten 4-5% Rendite. Zudem ist der Verwaltungsaufwand geringer, wenn Du eher passiv in möglichst viele Werte investierst und nicht ständig das Portfolio anpassen musst.

Risikobereitschaft

Ebenso musst Du Deine Risikobereitschaft berücksichtigen. Die Diversifikation hat zur Folge, dass sowohl der maximale Gewinn als auch der Verlust abnehmen. Die Rendite wird „sicherer“ aber eben selten bei mehr als 7% über mehrere Jahre liegen. Bist Du risikofreudiger und kannst einen Verlust besser verkraften, ist eine geringere Diversifikation notwendig. Dann musst Du aber auch damit leben, dass neben einem höheren Gewinn auch der Verlust eintreten kann.

Wobei solltest Du bei der Auswahl der Aktien achten?

Wie erreichst Du eine wirkliche Diversifikation und vermeidest ein Klumpenrisiko[5]? Die folgenden Faktoren helfen Dir bei der Streuung des Risikos.

Unternehmensbewertungen

Zunächst ist bei jeder Investition eine gründliche Recherche notwendig, ob die Unternehmensbewertung realistisch ist und es auf einem gesunden Fundament steht. Ist absehbar, dass in Zukunft die Entwicklung weniger rosig aussieht, darfst Du Dich nicht von hohen Dividenden oder optimistischen Prognosen blenden lassen. Betrachte das gesamte Unternehmensumfeld und bewerte, ob eine Investition für Dich sinnvoll erscheint.

Branche

Bist Du besonders Technologie-affin oder möchtest in regenerative Energien investieren? Schenkst Du beispielsweise der Wasserstoffbranche großes Vertrauen, weil Du diese als Energielieferant der Zukunft ansiehst, könntest Du solch ein Unternehmen in Dein Portfolio aufnehmen. Eine echte Diversifikation erreichst Du jedoch nicht, falls Du in 10 verschiedene Wasserstoffunternehmen investierst.

Besser ist es, über verschiedene Branchen das Portfolio zu verteilen. Dann bist Du davor abgesichert, falls ein Markt schwächelt und sich nicht wie erhofft entwickelt. Sei also offen für weitere Branchen und verteile Deine Investition möglichst breit gefächert.

Geographie

Gleiches wie für die Branchen, gilt auch für die geographische Entwicklung. Du könntest nun in eine Vielzahl von Unternehmen investiert sein. Handelt es sich ausschließlich um DAX-Unternehmen, besteht dennoch eine relativ hohe Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands. Falls das Wirtschaftswachstum abflaut, ist praktisch Dein gesamtes Portfolio davon betroffen.

Sicherer ist es, wenn Du in möglichst verschiedene Regionen oder direkt weltweit investierst. Bleibt das Wirtschaftswachstum der „etablierten“ Länder hinter den Erwartungen, könnte dies von den aufstrebenden Märkten wettgemacht werden. Somit bist Du weniger abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes oder der Region und hast Dein Risiko breit gestreut.

Weitere Möglichkeiten der Diversifikation

Abschließend sei gesagt, dass die Diversifikation nicht nur auf die Aktien betrachtet werden darf. Möglichst Du Dein Vermögen möglichst sicher anlegen, ist dieses auf verschiedene Anlageklassen aufzuteilen. Neben Aktien spielen auch Immobilien, Rohstoffe, Anleihen und weitere Investitionsmöglichkeiten eine wichtige Rolle. Anleger sollten daher darauf achten nicht nur verschiedene Aktien zu besitzen, sondern das gesamte Portfolio breit anzulegen, um vor einem Verlust besser geschützt zu sein. Achtest Du auf diese Vermögensverteilung, steht die Altersvorsorge auf sicheren Beinen und Du bist optimal für die Zukunft gerüstet.

Die Diversifikation der Aktien

Möchtest Du in Aktien investieren, ist der Kauf von Einzelaktien mit einem höheren Risiko verbunden. Es besteht die Gefahr, dass das Unternehmen schlecht wirtschaftet und sogar in Insolvenz geht. Damit geht ein hohes Verlustrisiko einher.

Um die Kursschwankungen zu minimieren und eine sicherere Rendite zu erwirtschaften, ist die Diversifikation hilfreich. Dabei investierst Du in eine Vielzahl von Unternehmen, über mehrere Branchen und Regionen hinweg. Du bist weniger abhängig von einzelnen Unternehmen und erreichst eine bessere Risikostreuung.

Der maximale Gewinn sowie das Verlustrisiko sind geringer. Daher ist die Diversifikation umso wichtiger, je höher der Anteil der Gesamtinvestition und je länger der Anlagehorizont sind. Mit der Investition in einen weltweit aufgestellten ETF erreichst Du die maximale Diversifikation und eine relativ sichere Rendite. Über einen langen Zeitraum sind Gewinne von 5% im Jahr zu erwarten und die Schwankungen fallen relativ gering aus. Daher ist die maximale Streuung mittels ETFs gerade für die Altersvorsorge und den langfristigen Vermögensaufbau sinnvoll.

Geht es Dir um einen möglichst hohen Gewinn in kurzer Zeit und kannst Du den Verlust verkraften, ist die Risikostreuung weniger notwendig. Für die meisten Anleger besteht das Ziel jedoch langfristig ein sicheres Vermögen aufzubauen. Daher ist die Diversifikation ein sinnvolles Mittel, um das Risiko zu minimieren und das Vermögen zu schützen.

Sebastian
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