Börsenbriefe – Falle nicht auf diese „Experten“ herein

Als einfacher Privatanleger könntest Du Dich in der Finanzwelt schnell verloren fühlen. Die „Börse sei ein Haifischbecken“ heißt es immer und genauso rücksichtslos geht es zu. Es zählt einzig die Rendite und für Anfänger scheint dort kein Platz zu sein.

Ein Instrument, welches auch kleineren und unerfahrenen Anlegern eine Hilfe sein soll ist der Börsenbrief. In diesem geben vermeintliche Experten Tipps heraus, welche Aktien ge- oder verkauft werden sollten. Angeblich würde auf diese Weise Deine Rendite steigen, Du den nächsten heißen Tipp an der Börse erhalten und einen hohen Gewinn einfahren.

Doch ist es sinnvoll einem Börsenbrief zu vertrauen oder verstecken sich dahinter Gefahren, die Dir gar nicht bewusst sind? Erfahre, weshalb Du grundsätzlich misstrauisch gegenüber diesen Empfehlungen und Dich lieber selber um die Analyse kümmern solltest.

Nicht andere für Dich denken lassen

Die Börse scheint ein heißes Pflaster zu sein. Du kannst hohe Gewinne einfahren oder einen Großteil Deines Vermögens verlieren. Zumindest ist dies die Vorstellung vieler, wenn es darum geht das eigene Geld anzulegen.

Besteht Dein Ziel darin eine sichere Altersvorsorge aufzubauen, könntest Du mit zu viel Respekt an die Investitionen herantreten. Du möchtest keine Fehlentscheidung treffen und anstatt Dich selber tiefgründiger mit der Materie zu befassen, vertraust Du lieber anderen Personen, die über mehr Erfahrung verfügen.

An diese Stelle tritt der Börsenbrief. Er spricht all diejenigen an, die sich selber so wenig Gedanken über die Investitionen machen möchten wie möglich. Dies ist durchaus verständlich, denn es kann nicht von jeder Person verlangt werden, dass sie zu einem Finanzexperten aufsteigt. Die Börse funktioniert nach Prinzipien, die selbst von Experten nicht immer verstanden werden. Daher kann es nicht das Ziel sein, dass jeder Privatanleger über den gleichen Erfahrungsschatz verfügt, wie die Profis.

Doch in der heutigen Zeit muss ein Privatanleger nicht Stunde um Stunde in das Studieren der Börse investieren. Er muss auch nicht tausende Euro verbrennen und diese als Lehrgeld abschreiben. Mittlerweile gibt es im Internet oder in Buchform einfache Quellen, die die Grundlagen verständlich beschreiben.

Wer investiert sollte sich zumindest diese Zeit nehmen, um die Grundlagen zu verstehen. Schließlich geht es um das eigene Geld und die Verantwortung an jemand Fremdes abzugeben scheint keine gute Idee zu sein.

An dieser Stelle tritt der Börsenbrief als klares Hindernis auf. Er vermittelt den Eindruck, dass Kleinanleger sich selber keine Gedanken über die Investitionen machen müssten. Indem Sie einfach den Empfehlungen folgen, würden Sie korrekte Entscheidungen treffen und an der Börse gewinnen.

Dass dieses blinde Vertrauen nur selten von Erfolg gekrönt ist, sollte nicht verwunderlich sein. Doch hinter dem Börsenbrief steckt noch eine viel gewieftere Verkaufsmasche, die letztlich nur dem Experten hilft und nicht den Anleger in den Vordergrund stellt.

Der moderne Betrug mit dem Börsenbrief

Vertraue nicht selbst ernannten Finanzgurus, die hauptsächlich im eigenen Interesse handeln

Das Internet bietet modernen „Finanzgurus“ und selbst ernannten Experten ganz neue Möglichkeiten, um kleine Anleger von dem eigenen Wissen zu überzeugen. Das Ziel mit der Herausgabe der Börsenbriefe besteht darin ein größeres Vertrauen aufzubauen, um am Ende teure Kurse oder Beratungsgespräche zu verkaufen. Doch welche Rolle spielt dabei der Börsenbrief?

Der Börsenbrief spielt zum Aufbau des Vertrauens eine zentrale Rolle. Denn nur wenn der Finanzguru mit seiner Einschätzung richtig liegt, wird er seiner übergeordneten Position gerecht. Doch ob Aktien steigen oder fallen ähnelt einem Lottospiel. Selbst Experten können nur vage abschätzen wie sich bestimmte Werte entwickeln. Wie können Sie also Ihren Status als Experte untermauern?

Dies funktioniert mit einem ganz einfachen Prinzip. Auf Webseiten dieser Experten erhältst Du den Börsenbrief meist nur in Verbindung mit der Angabe Deiner E-Mail-Adresse. Auf diese Weise sammeln diese Gurus mehrere tausend Adressen, die nun genutzt werden, um ein Vertrauen mit Hilfe der Börsenempfehlungen aufzubauen.

Der Clou dabei ist, dass der Experte überhaupt keine tiefergehende Analyse betreiben muss. Auf Nummer sicher geht er nämlich, wenn die gesamte Anzahl an E-Mail-Adressen in zwei Gruppen aufgeteilt wird. Der einen Gruppe wird mitgeteilt, dass der Dax steigt und der anderen Gruppe genau das Gegenteil. Unabhängig davon wie sich nun die Börse in der nächsten Woche entwickelt, wird zumindest die eine Hälfte genau die richtige Prognose erhalten haben.

Um ein zusätzliches Vertrauen aufzubauen, wird nun dieses Spiel weitergetrieben. Die Gruppe, die die richtige Empfehlung erhalten hat, wird wiederum in zwei Hälften geteilt. Eine Hälfte erhält einen Tipp auf einen steigenden Kurs einer Aktie, während die andere Hälfte wiederum das Gegenteil erfährt.

Somit hat nach zwei Empfehlungsrunden auf jeden Fall 1/4 aller Adressaten immer den korrekten Tipp erhalten. Dies kann immer so weiter getrieben werden. Je mehr E-Mail-Adressen eingesammelt wurden, desto mehr Runden können vorgenommen werden.

Wie Du vielleicht bemerkt hast, beruht die Menge der korrekten Empfehlungen auf der Formel 1/(2^x). Wobei x die Anzahl der Runden ist. Sprich nach 5 Runden haben immerhin 1/32 aller Adressaten immer die richtige Vorhersage erhalten. 5 richtige Empfehlungen in Folge klingen ganz schön erstaunlich und so als würde der Experte anscheinend über ein großes Wissen verfügen.

Gehen wir von 10.000 ursprünglichen E-Mail-Adressen aus, haben rund 312 Personen immer die richtige Empfehlung erhalten. Der eigentliche Gewinn des Gurus besteht nun darin, diesen 312 Personen einen kostenpflichtigen Kurs oder ein Beratungsgespräch zu verkaufen. Bei einem Preis von mehreren hundert Euro reicht es schon aus, wenn wenige Personen dieses Angebot wahrnehmen. Mit wenig Aufwand hat der Börsenguru eine sichere Investition und kann dank des Börsenbriefes zu den Zielpersonen ein größeres Vertrauen aufbauen.

Seriöse Angebote

Diese wenig seriöse Vorgehensweise auf jeden Börsenbrief zu beziehen ist allerdings auch nicht ganz fair. Es gibt zahlreiche Varianten, die teilweise einige Jahrzehnte auf dem Markt aktiv und vertrauenswürdig sind. Sie sind etwa Bestandteil einer Fachzeitschrift oder werden von anderen Finanzinstitutionen herausgebracht.

Im Vergleich zeigt sich, dass manche Börsenbriefe den Vergleichsindex DAX in den vergangenen Jahrzehnten schlagen konnten. Deren Empfehlungen scheinen also zu fruchten und durchaus nützlich zu sein. Demgegenüber liegt der größere Teil der Börsenbriefe jedoch unter dieser Performance. Es lässt sich daher nicht mit Sicherheit ausdrücken, ob die jeweiligen Einschätzungen profitabel sind und für Dich eine Renditesteigerung mit sich bringen.

Vor diesem Hintergrund solltest Du auch immer verstehen, weshalb der Börsenbrief veröffentlicht wird. Selbst bei eigentlich seriösen Finanzzeitschriften handelt es sich häufig nur um Empfehlungen, die als reines Marketing betrieben werden. Verschiedene Anbieter setzen dort Ihre eigenen Produkte ein, um diese gewinnbringend an den Anleger zu verkaufen. Dies ist zwar nicht direkt ein Betrug, doch sollte Dich stutzig machen.

Kein blindes Vertrauen an der Börse

Um erfolgreich an der Börse zu investieren, solltest Du Dich nicht davor scheuen selber etwas Zeit zu investieren, um ein Grundwissen anzueignen. Beziehe Dich auf unterschiedliche Quellen, die sowohl aus Büchern als auch dem Internet stammen.

Vertraue keinen selbst ernannten Finanzexperten, die mit einzelnen Aktien den großen Gewinn versprechen oder eine sichere Rendite garantieren. Es ist unseriös anzunehmen, dass diese auf jeden Fall den Markt schlagen. Ihnen geht es in erster Linie um den eigenen Profit und dies funktioniert am besten, indem Du nicht als kleiner Anleger, sondern als Kunde angesehen wirst.

Seriöse Quellen im Internet sind zum Beispiel:

Finanzfluss.de

Finanztip.de

Lies Dich in die Themen ein, die Dich interessieren und Du wirst weitaus glücklicher mit Deinen Entscheidungen als wenn Du einem Börsenbrief blind vertraust. Die Eigenverantwortung sollte beim Investieren nicht zu kurz kommen und ein höheres Vermögen aufzubauen ist nun mal mit einem geringen Aufwand verbunden. Dafür erhältst Du ein größeres Fachwissen und kannst viel besser abschätzen, wie seriös die hiesigen Versprechen sind.

Sebastian
Möchtest Du finanziell unabhängig und nicht mehr dem Stress des Arbeitslebens ausgesetzt sein? Dann ist notwendig frühzeitig zu investieren und das Geld für Dich arbeiten zu lassen. Auf Finania zeige ich Dir, wie Du mit geringem Risiko Dein Geld sicher anlegst, um Stück für Stück Deinem langfristigen Ziel näherzukommen.

Empfohlene Artikel

Wie viel sollte man sparen

Wie viel solltest Du sparen?

Machst Du Dir Gedanken über Deine Finanzen und hast Du eine vage Prognose aufgestellt, wie hoch Deine Rente ausfallen wird? Dann wirst Du wahrscheinlich...

Alle Kategorien